Translate

Sonntag, 30. Dezember 2012

Teppiche weben

Ich gucke den Weihnachtsbaum an, ja er ist schön. Er ist wirklich schön. Viel zu schön. Wenn er doch Nadeln verlöhre, dann hätte ich einen Grund ihn raus zu werfen und den Webstuhl wieder aufzubauen.

Eigentlich wollte ich Knochen schnitzen, in der Webstuhllosen Zeit, aber so richtig Lust habe ich nicht. Da müsste ich in den Keller, zum sägen. Aber das Hochwasser ist in diesem Jahr früh dran, wir pumpen mehrmals täglich, da kann ich den Keller gerade nicht leiden.
So plane ich zukünftige Projekte,erstelle Gewebeplanungen, spule schon mal Garn.
Nähe per Maschine neumodisches Zeugs. Darunter auch neue Würfelsäckchen für den Shop.
Habe zwei Brettchengewebte Gürtel* hergestellt, die sind aber gewollt schmucklos, und füllen keinen Blogeintrag.

*für die historische Tracht, einer wird ein gemanisches Kleid vervollständigen
und der Andere eine Thorsberghose halten.

OK,das ist nur einer,der andere sieht aber beinahe genauso aus.

So zeige ich ein Projekt das schon ein Jahr zurückliegt.

Weil unsere Küche genau unter dem Esstisch aus baulichen Gründen ziemlich Fußkalt ist,habe ich einen richtig großen Teppich gewoben.
Von meinem großen Restekauf der Teppichweberei hatte ich ja Teppichgarne.
So ein Teppichgarn sieht lustig aus.


Da ist innen ein Jutekern, also eine Kordel und drumherum ist Wolle mit einem Faden gebunden. Hätte ich damals schon mehr Plan gehabt,hätte ich diese lockeren Garne in die Waschmaschine gehauen. Leider filzt der Teppich nach einem Jahr Nutzung.
Die Rosafarbenen Garne habe ich mit Simplicol in der Waschmaschine grau/blau gefärbt, diese filzen kein bisschen.

Aus einem Garn unbestimmter Zusammensetzung das mehr als reißfest ist, hatte ich eine wirklich lange Kette aufgezogen. 2 Fäden je cm. Das ging mal schnell.
Das Weben war da schon mühseliger. Mit Teppichschiffchen, von 80cm hantieren, ist mehr Gymnastik, als meditatives Weben. Auch war das Fach sehr eng für diese Art Schiffchen, das erfordert Gefummel und Aufmerksamkeit. Nach wenigen Schüssen aufstehen und Kette nachwickeln, man ist nur in Bewegung.
Nach 1,60m  Webarbeit war der Warenbaum voll, und das Gewebe musste runter. Danach neu an knoten.
Aber der Aufwand hat gelohnt.
Dabei herausgekommen ist ein großer zusammengesetzter Teppich für den Esstisch. Je 2 Quadrate von 80 x 80cm an einem Stück, und davon 3 Bahnen aneinandergenäht ergeben diesen Teppich:

Weil die Kante mir nicht gefallen hat,habe ich mühevoll eine Kante aus Möbelstoff, von Hand drumherum genäht. Den Stoff habe ich dabei wie eine Schrägband, zurechtgefaltet. Farblich passend zu den selbstgenähten Stuhlpolstern und dem Küchenfußboden.

Fürs Schlafzimmer habe braun/beige Teppiche gewebt:

so sieht so ein Stück aus, wenn es vom Webstuhl kommt.

Auch diese haben eine Stoffkante bekommen,aber aus braunem Möbelstoff. Diesmal waren die Teppiche handlich genug um sie unter die Nähmaschine zu quetschen.

Fürs Gäste WC habe ich noch einen maßgeschneiderten Teppich gemacht, damit man Nachts keine kalten Füße bekommt :

Und weil noch Kette und Garn übrig waren, einen Vorrat:


Die Teppiche isolieren wunderbar, und sind angenehm an den Füßen. Gutes Material zahlt sich aus.
Der gekaufte Teppich, der vorher unter dem Esstisch lag, hat viel mehr Kälte durch gelassen.

So zwischendurch denke ich, ich könnte auch mal was für den Badezimmerboden weben.
Fleckerlteppiche aus alten Tshirts ? Die Shirts zu Streifen geschnitten, schön saugfähig für den Feuchtraum und griffig an den Füssen ?
Mal sehen, wenn ich mal Langeweile hab. *pruust*



Nachtrag 7 Nov 2013, ich hätte günstig Teppichgarne abzugeben, nicht diese Superdick gefilzten, sondern hellbeige Schurwollgarn, nicht nur das abgebildete Päckchen sondern eine größere Menge.
zum Angebot bei Dawanda 

Montag, 17. Dezember 2012

grüner Webpulli


Ihr kennt das sicherlich, man fängt einige Projekte hintereinander an, alles braucht seine Zeit, aber plötzlich ist alles zeitnah beieinander fertig.

Heute morgen habe ich den härenden Mantelstoff fertig gewebt, und in der Zeit, in der dieser Stoff sich per Waschmaschine entspannt hat, habe ich den vor einiger Zeit begonnenen Pullover fertig gestellt :

Das ist der gleiche Stoff, den ich auch schon für die grüne Bluse verarbeitet habe. Diesmal habe ich das Stück gefüttert, mit einem sanft schimmernden schmeichelndem Stoff. Am unteren Saum ist der Pulli rund geschnitten, und ich bin jemand die ständig umgekrempelte Ärmel hat, so das das Futter gut zu sehen sein wird.

 
Genäht habe ich alles per Maschine, denn es ist ja ein jetztzeitiges Stück.
Ich bin schon gespannt wie sich das gute Stück trägt, auch wenn ich mir das bis Weihnachten aufspare. Denn ich schenke mir den Pulli selbst zu Weihnachten.

Der Stoff trocknet nun auf der Heizung vor sich hin, von der Auftraggeberin heiß erwartet.
Der Webstuhl ist schon abgebaut und weggepackt, der Platz ist für den Christbaum reserviert, nun kann Weihnachten kommen.

Sonntag, 9. Dezember 2012

Mantelstoff für eine demütige Nonne

Am Anfang stand das Material.
Aus der Auflösung einer Teppichweberei für behinderte Mitmenschen, stammt dieses handgesponnene Wollgarn.
 
Es handelt sich um unregelmäßiges Anfängergarn, auch liebevoll schwangere Regenwürmer genannt.
Gut verpackt und eingelagert, wartet es schon eine ganze Zeit darauf, verarbeitet zu werden, aber zu was ?

Dann kam die Idee, diesmal nicht von mir : machen wir einen härenden Mantel, für eine demütige Nonne daraus.
Angelehnt, an den bis heute sehr gut erhaltenen Mantel der heiligen Klara (gest. 1253), entsteht ein Stoff daraus.
Leider nicht fadengenau,dazu ist der Schußfaden zu dick, aber optisch kommt der Stoff dem Mantel doch nahe.
Den Mantelstoff der hl. Klara, habe ich mir in Büchern und Internet lange angeschaut. Für mich sieht es so aus, als habe man die Wolle von "bunten" Schafen aus der Flocke heraus, wahllos versponnen und so ein recht streifiges Gewebe produziert. Um dies zu imitieren,versuche ich, die mir zur Verfügung stehenden Farbtöne, beim weben zu vermischen.
Die Bindung ist ein 2/1er Köper.


schön zu erkennen,die sandfarbenen Regenwürmer stehen kurz vor der Entbindung ;o)

 
Die erste 4m Bahn ist schon vom Webstuhl, um zu schauen, wie viel läuft das Material, beim waschen ein, wie verhält sich der Stoff. Schließlich wird für diesen Halbkreismantel, ein Durchmesser von etwa 3,50m benötigt.



links die kettlastige Seite rechts die Schußlastige Seite des Stoffes

Weitere 8m Kette liegen noch auf dem Webstuhl. Angewoben ist bereits, der Plan ist, das sie bis zur Weihnachtspause fertig gewoben ist. Dann werde ich den Webstuhl abbauen, damit der Weihnachtsbaum seinen Platz bekommt.

Das zuschneiden und nähen liegt nicht mehr in meiner Hand, Bilder vom fertigen Mantel sind mir aber versprochen. Ich werde sie dann sobald ich sie habe ,in meine Galerie einstellen.

Nachtrag 20 Jan 2013:
Hier gehts zur Galerie in der nun Bilder des Mantels zu bewundern sind. Herzlichen Dank an die Besitzerin des Mantels !

http://zeitensprung.blogspot.de/p/galerie.html

Samstag, 1. Dezember 2012

Kleine Stoffkunde für Mittelalter Newbies

Immer wieder wird gefragt, welche Bindung wo hin passt und wie grob die Stoffe wirklich waren,darum mache ich mal einen Post mit Bildern daraus.

Hier also eine ganz grobe Aufteilung von mir, erklärt für Leute die sich überhaupt nicht auskennen :

Diamantköper und Fischgrät sind die Bindungen die oft aus dem Frühmittelalter erhalten sind. Ab dem Hochmittelalter scheinen sie außer bei Beinwickeln, out zu sein.
Diamantköper hat den gleichen Einzug* wie Fischgrät, das bedeutet, das wenn man das eine Muster am Webstuhl eingerichtet hat, mit einer anderen Abfolge der Schäfte, auch das andere Muster weben kann. Mein Webstuhl hat Tritte ähnlich einer Orgel, damit kann  man unterschiedliche Abfolgen treten. Beim Fischgrät stur von rechts nach links oder umgedreht, ohne zu denken, bei Diamant hingegen muß ich mich konzentrieren.
Diese Muster kann man miteinander kombinieren.
Beide Bindungen sind querelastisch.

Fischgrät, hier sind die Linien immer versetzt

Diamantköper, so nennt sich die Bindung,weil die
Rauten oder auch Karos immer versetzt aneinander
stossen und einem Dimantschliff ein wenig ähnlich sehen.













Rautenköper und Zickzackköper ,haben die gleichen Eigenschaften wie Diamant und Fischgrät, aber die Linien stoßen aneinander.

Zickzackköper


Rautenköper











Gleichgratköper oder auch 2/2er Köper genannt, ist der Stoff bei dem die Struktur in Querrillen zu verlaufen scheint. Kette und Schuß* sind hier gleich dominant. Der Stoff ist schön querelastisch.
Wurde im gesamten Mittelalter verwendet.
2/2er benennt die Anzahl der Schäfte*. Die Schäfte zeige ich ganz unten.







Dreigratköper oder 2/1er Köper sieht den Gleichgratköper auf dem ersten Blick ähnlich, aber hier dominiert auf einer Seite der Schuß und auf der anderen Seite die Kette. Heute wird dieser Stoff gerne für Jeansstoffe verwendet, meist ist die Vorderseite dunkel und die Rückseite hell.
Auch dieser Stoff ist querelastisch. Im gesamtem Mittelalter verwendet.
Auch hier bedeutet 2/1er das drei Schäfte benötigt werden.
links die Kettdominante Seite, rechts die Schußdominante


Zum Vergleich ein Jeansstoff,Vor und Rückseite


Leinwandbindung muß nicht zwingend Leinen sein, sondern ist der Name für die einfachste aller Bindungen, nach dem einfachen eins hoch, eins runter, Prinzip. Dieser Stoff ist weniger querelastisch und fällt bei selber Fadenstärke und Anzahl weniger schön, sieht auch grober aus, als Köperstoffe.
Sie wurde im gesamten Mittelalter verwendet, meist bei Leinenstoffen, ist aber weniger bei Textilien die eine gewisse Elastizität brauchen, geeignet, also ungern für Beinlinge oder Beinwickel.


Leinwandbindung



Tidow unterteilt historische Gewebe in unterschiedliche Feinheiten, jeweils auf einen cm gemessen:

sehr grob bis zu     5 Fäden
grob bis zu            8 Fäden
mittelfein bis zu   12 Fäden
fein bis zu             18 Fäden
sehr fein über        18 Fäden

Beim Jeansstoff oben im Bild habe ich 11 Fäden/cm gezählt, um einen Vergleich zu haben.
Die Zahlen zeigen, das die Stoffe auch im Mittelalter sehr fein sein konnten. Übrigens nicht erst seit Mittelalter, auch weit davor, gab es bereits sehr feine Gewebe.
Bei den heutigen Stoffen wird die "Dicke" nicht mehr in der Anzahl der Fäden, sondern im Gewicht angegeben. Hier kenne ich mich nun nicht aus, da ich die Stoffe die ich nicht selbst webe, zumindest anfasse und nach Augenmaß und Haptik kaufe.

Material für Oberbekleidung Wolle, für Unterbekleidung Leinen. Als ganz grobe Faustformel.
Es gibt regionale Besonderheiten, die muß aber ein jeder, für sich selbst finden.
Seide war sehr kostbar, und den oberen Schichten vorbehalten. Es gab sie allerdings schon, so ist für das Hochmittelalter in Köln, die Zunft der Seidenweberinnen belegt.
Baumwolle kam in Europa erst relativ spät auf, und wurde anfangs als Barchent, das ist ein Leinen/Baumwoll Gewebe, gehandelt.


*Kette sind die langen Fäden die auf den Webstuhl gespannt werden, Schuß ist der Faden der quer durch die Kette "geschossen" wird. Am Gewichtswebstuhl wurde das Garnknäuel so wie es war,durch das Gewebe geführt, später am Flachwebstuhl per Schiffchen, das als Handschütze wirklich aussieht, wie ein Schiffchen und durchs Fach* geworfen wird.
Per Schnellschuß wird es mit einer Art Hämmerchen, durchs Gewebe geschossen. Das sind die Webstühle die Lärm machen.

*Einzug nennt man einen Teil des Webstuhls einrichten, die Fäden werden durch die Litzen eingezogen.


*Schäfte: hier auf dem Bild sind das die Latten wo die weißen Litzen dran befestigt sind.
An meinem Webstuhl sind die Schäfte mit den Pedalen verbunden, an anderen Modelle gibt es Handhebel. Am Gewebe kann man schön das geöffnete Fach sehen,durch das das Schiffchen geschoben wird. Die Pfeile zeigen auf die 4 Schäfte, der gelbe Kringel zeigt wo das Schiffchen ins *Fach gehen muß und wie die Fäden sich spreizen.




Dieser Webstuhl hat also 4 Schäfte, es gibt auch Modelle mit mehr als 4, und auch Bindungen die mehr als 4 benötigen. Um ein 2/1er Gewebe herzustellen muß der Webstuhl ein wenig umgebaut werden, ein Schaft wird dann entnommen.
4 Schäfte reichen aus um die gängigen Stoffe des Mittelalters nachzuweben.

Mittwoch, 28. November 2012

Textilien als Statussymbol

Mein Haus,mein Boot,mein Auto.

Und was zeigte Mann damals ? Meine Waffen, meine Söhne, meine Kleidung.

Ist es heute Markenkleidung, von der man weiß, das sie teuer ist, so hat man vor der Erfindung der Label, zu allen Zeiten, die Emsigkeit der Erzeuger, oft die eigene Frau, zur Schau gestellt.
Man wusste darum, wie viel Mühe und Sorgfalt es braucht, feine gleichmässige Fäden zu spinnen, das Farben kostbar sind, und legte Wert auf feine haltbare Verarbeitung.
Wer es sich leisten konnte, protze nicht nur mit Fülle sondern auch mit Aufwand.
Wer es sich nicht leisten konnte, bemühte sich halt um Sorgfalt.
Die heute erhaltenen Textilien sprechen für sich.
Aber auch in der jüngeren Vergangenheit, in der Textilien noch kein Wegwerfartikel waren, wurde auf die Ver bzw. bearbeitung  Wert gelegt. Erinnere ich mich an eine Schusterschürze aus den Nachkriegsjahren,  sorgfältig repariert - die Flicken waren sauber mit Kappnaht eingesetzt. Verschlissen und dennoch der Hausfrau Stolz.

Immer wieder bekomme ich zu hören "Im Mittelalter ? Da trug man Sackleinen !"
Nein, nicht einmal die ältesten erhaltenen Textilien sehen auch wie Sackleinen.
Wer sich kostbare Waffen leisten konnte, trug auch Kleidung die etwas hermachte, so wie man heute zur sündhaft teuren Uhr, keinen schäbigen Anzug trägt.

All diese Gedanken gingen mir durch den Kopf,als ich diese Beinwickel gewebt habe :

 
Eigentlich wollte ich etwas total Schrilles weben und war dann enttäuscht, weil die Farben sich doch miteinander anragiert haben. Nach dem waschen, beim versäubern stellte ich dann fest, das mal das Blau und mal das Grün dominiert. Das sieht richtig raffiniert aus. Ein toller Effekt, den die Kamera leider nicht einfangen mag.
http://de.dawanda.com/product/38588230-Beinwickel-Prunk-in-gruenblau


Auch sehr edel:



Hier ist es die Bindung,die aufwendig ist, lässt sich Fischgrät doch schneller weben.
http://de.dawanda.com/product/37848685-Beinwickel-gruener-Diamant

Hier ist es schon schlichter,aber noch lange nicht poplig:

 
Und damit habe ich fürs Erste genug vom Beinwickel weben. Der Webstuhl ist leer, und wartet darauf neu eingerichtet zu werden. Das nächste Projekt wartet bereits und ich freu mich wie Bolle - ist es doch eins meiner Lieblingsthemas. Das zeige ich Euch dann demnächst.

Dienstag, 13. November 2012

Pullunder ?

Früher nannte man das so.
Heute heißt das wohl Lagenlook und sieht auch flotter aus.
Egal wie das Ding heißen könnte, ich hab es gerade, durch das allgemeine nette Lob zu meiner Bluse,  ganz beflügelt, zusammen gebastelt.

Das Schußgarn ist Ostereiergefärbt und Handgesponnen.


Ursprünglich sollte es ein schönes Schultertuch passend zur Bluse werden,aber ich hab die Garnmenge vollkommen überschätzt.
So musste eine neue Lösung her, damit der schöne Stoff nicht verstaubt. Für Ärmel war es zu wenig, so wurde es ein Pullunderdings. Auch nett, wenn mal so Mischwetter ist: zu warm für einen Pulli, zu kalt für ein Langarmshirt.


Auch hier wollte ich einen schlichten Schnitt, damit das Gewebe wirken kann. Verstürzt habe ich ich mit Trikotstoff, der als Stoffrest noch da war. So sind die Hals und Armlochnähte schön geschützt und versäubert, und an dünnhäutigen Tagen schubbelt das Wollgarn nicht auf der Haut, da wo die Unterklamotte sie frei läßt.
Auch die aufgesetzte Tasche,ist mit Trikotstoff gefüttert, so das sie nicht nur Zierde sondern auch funktional ist. Ohne die Tasche, sah das Stück so langweilig aus.
Ein Perlmutknopf krönt das Stück.




Was mich wirklich ärgert ist der blöde Einzugsfehler. Ich hätte ihn vorher korrigieren sollen,aber ich dachte wenn ich mal so mutig mit der Schere bin,dann muss der olle Fehler halt warten. Aber wenn ich gleich zur Ruhe komme ist er fällig                                   

Nachtrag:
den blöden Fehler hab ich nicht wegbekommen.  So habe ich eine Häkelschnur drauf genäht und aus der Not eine Tugend gemacht. Nun will ich das noch hier einstellen und lese, das mir genau das in der Zwichenzeit vorgeschlagen wurde. *lach*
Danke schön !


                                                             



Samstag, 10. November 2012

grüne Wollbluse

Da ich zur Zeit müde bin, schlechte Klamotten von der Stange zu kaufen,habe ich mir eine Winterbluse aus Wollstoff gemacht.
Es ärgert mich ungemein, das die Klamotten in den Läden, meist schlecht verarbeitet und aus fiesem Material hergestellt sind, und dann mitunter nicht einmal die erste Wäsche überleben.
Geplante Obsoleszenz nennt man so was.
Über die Art und Weise wie Textilien hergestellt werden mag ich gar nicht erst reden.
So habe ich beschlossen noch mehr selber zu machen und noch weniger zu kaufen !

Hier ist erst mal der Rohstoff, ein schönes Garn NM 9/2, 100% Schurwolle,chemisch gefärbt,aber in einem Farbton den man mit Birkenblättern und Eisensulfat erzielen könnte.
Daraus habe ich einen schlichten 2/2er Köper gewebt,der mit 8 Fäden/cm relativ locker ist,damit er schön fällt.
Nach einem selbstgefriemelten Schnittmuster, das ebenfalls bewusst schlicht ist,ist diese Bluse genäht. Großenteils von Hand mit Kappnähten, so das die Kanten schön geschützt sind, und teils mit Maschine weil die Nähte sonst zu wulstig wären. Auch an Kragen und Knopfleiste ist einmal mit der Maschine entlang genäht.

Kleine grüne Perlmuttknöpfe runden das Stück ab. Sie sind nicht funktional, sondern da hinter sitzen
Druckknöpfe, um den Stoff so wenig wie möglich einschneiden zu müssen.











Ein gutes Stück Stoff habe ich noch, und nun überlege ich was daraus entstehen soll

Donnerstag, 1. November 2012

Schultertuch für die Eselsinitiative

Alle Jahre wieder - gehts aufs Jahresende zu...

die Zeit in der man seine Lieben beschenkt, aber auch die Zeit, in der man sich besinnt, wie gut man es hat und damit verbunden die Zeit in der einem einfällt, das man etwas spenden könnte, für die Menschen die weniger Glück haben. So möchte eins mit dem Anderen kombinieren und ein Schultertuch verkaufen,dessen Erlös an eine gute Sache geht.
So habe ich dieses Tuch in einem Forum zum Verkauf angeboten:

Die Artikelbeschreibung findet sich hier:
http://de.dawanda.com/product/31241093-Schultertuch-Lust-und-Laune-Karos

Das Tuch kann natürlich auch über meinen Shop oder per mail gekauft werden.
Die 80€ gehen an die Eselsinitiative :
einer Organisation, die früher einmal Esel für Kriegswitwen in Eritrea, gekauft hat. Damit deren Töchter, anstatt den Großteil des Tages Wasser zu holen, zur Schule gehen können.
Heute werden in anderen Teilen der Erde zB. Pferde für Hebammen gekauft. Ums es ganz kurz und platt auf den Punkt zu bringen.
Am besten Ihr lest selbst:

http://www.esel-initiative.de/info.html


Nachtrag : Spontan habe ich mich entschieden den Erlös eines anderen Tuchs zu spenden.

Montag, 29. Oktober 2012

Beinwickel in Naturfarben

Und die nächsten Beinwickel sind auf dem Webstuhl.
Diesmal sind es Wickel in natürlichen Farben (chemisch gefärbt) in Fischgrätbindung, aber etwas dünner in der Qualität. Sie lassen sich sicherlich im Sommer gut tragen, sie dürften auch anschmiegsamer sein.
Es wurde mehrmals danach gefragt, deshalb mache ich mal welche auf Vorrat.



Die Wickel in Diamantköper sind auch fertig und ziemlich schön geworden.
Das Kettgarn ist handgesponnen, und das Schußgarn aus Ökogarn von glücklichen Finkhofschäfchen.



http://de.dawanda.com/product/37453225-Beinwickel-Brauntoene
 

Und endlich kann ich auch die Ersten aus dem Reigen zeigen :
auch besondere Stücke, denn die Auftraggeberin hat das Garn selbst gesponnen, es ist wunderbar weich,dabei sehr reißfest und gleichmässig. So etwas müsste man von der Stange kaufen können.
Das Garn ist in verschiedene Spinnrichtungen gesponnen.
Viele historische Textilien, nicht nur aus dem Mittelalter, wurden mit Garnen die mal rechts, mal links herum gesponnen waren, gewoben.
Entgegen den modernen Textilien, bei denen das Garn immer nur in einer Richtung gedreht ist. (soweit mir bekannt ist )
Die unterschiedliche Drehung wurde mit voller Absicht eingesetzt, zum einen um ein Gewebe mit hoher Dichte herstellen zu können, zum anderen aber auch um Muster weben zu können.
Ein Thema in das ich, bei zukünftigen Projekten weiter vertiefen möchte.

Wenn man ganz genau hinschaut, erkennt man das die Fasern alle in eine Richtung zeigen. Dieser Effekt ensteht, wenn zB. die Kette rechts und das Schußgarn links herum gedreht ist. Es geht auch anders herum.
Beim einnähen der Kettfäden, bzw bei dem Versuch, habe ich festgestellt, dass die Fäden so gar nicht ins Gewebe wollten, so das ich nach einigen Fäden aufgegeben habe.

Fertig sehen die Wickel so aus (rechts, links kennen wir ja schon )  :
Das zarte gelb wurde von Aennlin, mit Rainfarn gefärbt. Die dunklen Fäden markieren  Gewebeproben, die noch von den Wickeln abgeschnitten wurden.

http://www.aennlin-cistarius.de/index.php?cat=Germanen%201.%20Jh.&page=Beinwickel


Irgendwie habe ich zu wenige Bilder gemacht.
Aber es sind mir noch Bilder versprochen, die ich hier im Beitrag nachreichen werde.

Mittwoch, 24. Oktober 2012

der Spaten - weiter gehts

oder wem der Schuh passt...


Montag als ich mich wieder etwas besser bewegen konnte, (das arbeiten Samstag hattte mir Muskelkater beschert) habe ich den Stiel etwas gerader gemacht, da waren durch die Astansätze Knubbel. Auch hatte ich vergebens versucht das Blatt auszudünnen.
Da musste ich mir erst einmal Rat und Tat bei Forenfreunden suchen.
Man man hat mir geholfen - herzlichen Dank dafür !!


Heute hätte ich eigentlich dringenderes zu tun gehabt, als mit Holz zu spielen, aber es war noch mal so ein schöner goldener Oktobertag, das ich einfach raus MUSSTE.
Mein Mann hat mir per Bohrmaschine in ein Holz ein großes Loch durchgebohrt,so das dieses Holz später als TStück auf den Stiel paßt. Dieses Stück habe ich dann per Ziehklinge rund gemacht und auf den Stiel gemacht. Es hält !
Nun habe ich angefangen das Blatt für den Schuh auszuarbeiten. Dies mache ich per Ziehklinge und Ziehbank, stellenweise aber auch ganz simpel mit dem Schnitzmesser. Rechts und links bin ich mit der Axt rangegangen.  Zuvor habe ich die Stellen wo am Blatt zu viel war, etwas eingesägt.


Die Sonne ist weg, und meine Lieben haben sicherlich Hunger. Zeit mit spielen aufzuhören.  :o)


Samstag, 20. Oktober 2012

mittelalterlicher Spaten

Vor zwei Jahren brachte der Weihnachtsmann mit dem großen Auto, überraschend ein Päckchen.
Im Päckchen war ein Spatenschuh. Ein ganz heißer Wunsch wurde damit erfüllt.
Irgendwann gesellte sich aus dem gleichen Haus, ein großes Brett dazu.
Nachdem ich das Projekt Holzspaten, nun lange vor mir her geschoben habe, habe ich heute endlich damit begonnen.
Da man im Mittelalter Schuhe mit einfacher Ledersohle trug, musste die Kante oben am Spaten relativ breit sein. Jeder der schon mal versucht hat in ausgeleierten Gummistiefeln oder ähnlichem, zu graben,weiß was ich meine. Schuhe und Grabwerkzeug müssen harmonieren.
Ob das nun der Grund war,warum die Spaten im Hochmittelalter aus Holz waren und einen Eisenschuh hatten ? Ehrlich gesagt,ich weiß es nicht.
Da ich aber leidenschaftliche Hobbygärtnerin bin, möchte ich unbedingt einmal mit solch einem Gerät arbeiten.
So sah es heute morgen um 10 Uhr noch aus.

So nach viel,viel Sägerei, gegen Mittag.
Und so nach 8 Stunden, Arbeit. Alles ohne Elektrowerkzeug, sondern mit den Werkzeugen die im Bild zu sehen sind. Die Gießkanne durfte nicht mitmachen,wollte aber einfach nicht aus dem Bild gehen.

Das Spatenblatt muß noch verjüngt also flacher gemacht werden, so das der Spaten in die Erde gleitet,da wo der Eisenschuh drauf muß,muß sowieso noch Material weg.
Ein TStück fehlt noch oben am Griff, und glatter darf der Stiel auch noch werden.
Für heute ist aber erst mal Feierabend.




Nachtrag: das Holz stammt von einer Linde und ist gut 70 Jahre abgelagert.

Mittwoch, 17. Oktober 2012

die nächsten bitte ...

weil ich einmal so gut drin bin, - Gartenwetter ist auch keins -  habe ich schon die nächsten Wickel auf dem Webstuhl. Nicht zuletzt weil ich einen freundlichen Sohn habe der Ferien hat,und der mir beim aufbäumen zur Hand geht.
Diesmal sind es Naturfarbene, das Kettgarn ist handgesponnen und braun, der Schuss wollweiß, die Bindung im beliebten Diamantköper. Diese sind noch zu haben, ich webe sie auf Vorrat, sie werden etwa 4m lang werden, je nach dem auch etwas länger, das sehe ich erst, wenn die fertigen Stücke gewaschen sind.


Und so sehen die blau/weißen fertig gewoben,versäubert und vernäht aus :



Ich bin dann mal wieder am Webstuhl ...

Montag, 15. Oktober 2012

Wieder mal Beinwickel

Einmal im Jahr sind Beinwickel dran. Jetzt ist es wieder so weit.
Ein Paar ist schon fertig,aber da es ein Geschenk ist, wirds noch nicht gezeigt.
Ein Schultertuch ist den Wickeln vorweggangen, es ist schon auf der Reise zur neuen Besitzerin.


Vom nächsten Paar habe ich bereits 30cm angewoben und sie gefallen mir besonders gut.

Die Kette ist naturweiß,der Schuß mit Indigo gefärbt, so ists der Kundenwunsch.
Im Anschluss werde ich noch einige Meter naturfarbene Beinwickel weben, die ebenfalls bestellt sind.

Wer jetzt noch Beinwickel haben möchte, jetzt wäre eine gute Gelegenheit. Neben Diamantköper, wäre auch Fischgrät möglich, sogar bis Weihnachten.  ;o)