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Dienstag, 3. Januar 2012

Handgewebtes Kleid einer Frau vom Land (Hochmittelalter)


Handgewebtes Kleid

Seit ich angefangen hab, zu weben, geisterte mir die Idee, ein Kleid von Grund auf herzustellen im Kopf rum.
Einige Jahre später, hab ich es umgesetzt, naja, fast,da sind einige Abstriche. Die Kette ist nicht handgesponnen. Als ich den Plan gefasst hab, war mir nicht klar,das die Stoffe aus ungezwirnten Garn waren.Um webfähiges ungezwirntes Kettgarn zu spinnen, fehlt mir einfach die Übung und Ausdauer.
Angelehnt an das Kleid der Klara, ist das dabei heraus gekommen:







Beim berechnen der Kette, 2 Jahren zuvor, ist mir ein Fehler passiert, die Tuchbahn ist 30cm zu kurz, weshalb ich für einen zweiten Ärmel erst mal eine neue Bahn Tuch weben musste.





Der Stoff wurde in einem 2/1er Köper gewebt,bei dem auf der einen Seite der Schuß dominiert und auf der anderen Seite die Kette.
Mein Kleid ist wesentlich gröber als die erhaltenen Textilien es zumeist sind,es hat 8 Fäden auf einem cm, ein ähnliches Kleid,das der hl. Elisabeth hat 22 Fäden pro cm,ist also mehr als doppelt so fein.
Irgendwann komme ich da hoffentlich auch noch hin.
Das Kleid der hl Klara scheint allerdings 10 Fäden je cm zu haben,da bin ich dann schon näher dran. Mein Schußfaden ist mit Absicht in verschienen Farben gesponnen,um an den Kleiderstoff der Klara ran zu kommen,der meiner Ansicht aus der Flocke von mehrfarbigen Schafen gesponnen ist. (zB. haben die heutigen Suffolkschafe an einem Tier Farben von gelblich über weiß,viele grauabstufungen bis fast schwarz an einem Flies)
Den Schnitt des Kleides hab ich am der hl Elisabeth angelehnt,weil er schlichter ist und weniger Stoff benötigt.



Am Halsausschnitt habe ich ein geflochtenes Bändchen angebracht,da meine Gewandschließen alle zu klein für den groben Stoff sind. Dafür habe ich keinen Beleg,es erscheint mir aber praktisch.


Meine Überlegung ist - waren die härenden Gewänder der Heiligen,evtl einfach nur aus den Stoffen der einfachen Bevölkerung und man hat sie später als härend erklärt, weils so gut ins heutige Bild passt ? Oder zumindest einige härende Gewänder, ich erinnere mich ein Leibchen aus extra kratzigen Haar gesehen zu haben das man direkt auf der Haut trug,das will ich damit nicht einbeziehen.
Mein Ziel ist es nicht eine Heilige darzustellen,was gänzlich unpassend zu meinem Wesen wäre,
sondern eine einfache Frau vom Land darzustellen, die ihr Kleid in Hausarbeit herstellt.

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