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Sonntag, 22. Januar 2012

meine Runneburgtasche

Auf der Suche nach Realien des Hochmittelalters, begnet sie immer wieder, die Runneburgtasche.
Gefunden wurde sie im Brunnenschacht einer Burg in Thüringen, der Runneburg. Man sieht ähnliche Taschen auf Abbildungen des Hochmittelalters. Und irgendetwas braucht der Mann um sein Kleinzeug zu verstauen.
Als ich sie in Herne in der Ausstellung "Aufruhr1225" sah, und die kleinen Knochenschnallen bewundert hab, stand fest - die will ich mal machen.
Ganz genau angeguckt in der Vitrine und wie das so ist... zu Hause stellt man fest, ohne Bildmaterial, und genaue Beschreibung geht gar nix.
Also rausfinden, wo das gute Stück publiziert ist und Buch bestellt.
Um die Wartezeit zu vertreiben, hab ich an einer Gürtelschnalle geübt. Die Gürtelschnalle ist nicht nach Fund hergestellt, aber in der Form an die kleinen Schnallen angelehnt.


Gürtelschnalle ohne Beleg

Als das Buch da war, war die Enttäuschung groß, die Beschreibung war nicht sonderlich ausführlich,aber es war ein gutes Foto dabei, mit einem Zentimetermaß. So das ich die Größe der einzelnen Teile ausrechnen konnte. (halt das ist gelogen,gerechnet hat mein Sohn, der das freundlicherweise für mich oft erledigt, ein großes Dankeschön an dieser Stelle!) Was mich wundert ist die Größe der Tasche, sie ist kaum größer als eine modere Herrengeldbörse. 
Die größte Freude daran haben mir die filigranen kleinen Schnallen aus Knochen gemacht. Wenn ich ehrlich bin, habe ich die Tasche nur deshalb nachgearbeitet.



kleine Schnalllen aus Rinderknochen

Für meine Tasche ist das Leder vermutlich zu dünn, und fein, dennoch konnte ich die Ungeduld nicht bändigen und hab los gelegt. An der Original Tasche sind Einstichlöcher von verschiedenen Nähten, das Nahtmaterial ist vergangen, die Tasche liegt also in Einzelteilen vor. Eine Naht habe ich mir so erklärt, das ein Stofffutter eingenäht gewesen sein könnte. So habe ich den Taschendeckel mit einem krappgefärbten Wollstoff gefüttert. Das stilisierte Eichenblatt des Deckels kommt so besonders gut zur Geltung.

Ob die Tasche so ausgesehen haben könnte ?
Der Träger der Tasche war kein armer Mann.
Was ich an der Tasche so mag, ist das sie so zierlich ist. Sie zeigt mir, das der Mensch auch damals Freude an feinen aufwendigen Dingen hatte. Statt der Knochenschnallen hätten auch kleine Metallschnallen verwendet werden können. Metallschnallen treten im Fundgut dieser Zeit oft auf. Vielleicht aber war es gerade das  Material der Schnallen, das den Träger der Tasche angesprochen hat ?

1 Kommentar:

  1. ...die Tasche ist toll geworden!
    Das muß ich mir beim nächsten Mal bei dir näher anschauen!!!
    Liebe Grüße
    Christiane

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