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Sonntag, 19. Februar 2012

Ein Tuch für Illona

Die Rohstoffe,eine Kone Wollgarn und ein Kammzug feine Schafswolle, beides ungefärbt. Die Tasse dient dem Größenvergleich.
Die Kone wird mit den grünen Schalen der Schwarznuß gefärbt, und der Kammzug mit Ostereierfarben,danach wird der Kammzug versponnen.

Der gefärbte Kammzug, getrocknet und spinnbereit. Leider hab ich vergessen das Garn beim braun färben, zu knipsen.

Nun ist angesponnen,es ist immer wieder faszinierend, wenn aus bunter "Watte" Garn wird, die Farben wirken gleich so anders.

                                        Nun ist der lange Zopf komplett als Garn auf der Spule,

                                            und kann abgehaspelt werden.

Der Strang wird nun gewaschen, damit das Garn das tun kann,was es will, zB. einlaufen , es wäre doof, wenn es das später im Tuch macht. Außerdem wird es mit einem kleinen Gewicht zum trocken aufgehangen, damit sich die Drehung im Garn gleichmässig verteilen kann.

Vom Strang wird es mit dem Wickler auf ein Knäuel gewickelt, denn aus dem Strang heraus läßt sich nicht arbeiten.
                                                       Wie nett die Farben aussehen.

Von dem Knäuel wird das Garn nun auf kleine Portionen auf Röllchen gewickelt, die wiederum später ins Schiffchen eingelegt werden.

So sieht es aus wenn die Kettfäden in die Litzen eingezogen werden. Es sind 780 Fäden die auf 4 Schäfte, im Fischgrätmuster eingezogen werden. Jeder Faden hat seinen Platz.Nachdem jeder Faden in seiner Litze ist, wird er noch durch den Anschlagkamm, das Riet gezogen. Für den Einzug benötige ich bei der Fadenmenge meist zwei Arbeitstage. Deshalb webe ich wenn geht mehre Stücke hintereinander, so das eine neue Kette,an den Rest der alten Kette  angeknotet werden kann, statt komplett neu anzuzetteln.

Am Schärbrett wird die Kette an einem Hilfsfaden der zuvor auf die gewünschte Länge ausgemessen wurde, entlang geschoren. Die so vorbereitete Kette, wird per Hand mit Luftmaschen zu einem Zopf aufgehäkelt,


um dann Faden für Faden an die alte Kette angeknotet zu werden. Man sieht die alte Kette wie eine Reihe Fransen im Hintergrund. Ist dies geschehen, und die Kette ist brav auf den Webstuhl aufgerollt,ist das eigentliche Weben die Belohnung für die ganze Arbeit. Tatsächlich braucht das weben eines Schultertuchs in dieser Feinheit weniger Zeit, als die Vorbeitung, auch wenn das Garn nicht von Hand gesponnen wird.

Nun ist angewebt. Auf der Kette liegt das Schiffchen mit der Oberseite nach vorn, damit man das Garnröllchen sehen kann. Das Schiffchen ist ein so genannter Handschütz, weil es von Hand durch das Fach geschubst,bzw geworfen wird. Dabei rollt sich der Faden ab, so kommt der Schuß in die Kette, so wird aus einzelnen Fäden ein Gewebe.

Nach dem weben, wird das Tuch von der Restkette abgeschnitten. Die Fransen werden gleichmässig verknotet, damit sich nichts auflösen kann, außerdem schmücken die Fransen den Gewebeabschluß. Die Knoten von gerissenen Kettfäden werden erst gelöst und dann die Fadenenden dem Muster folgend vernäht.



Wie unterschiedlich das Tuch bei verschiedenen Lichtverhältnissen wirkt. Bei Tageslicht wirkt es fast wie ein schlichter Anzugstoff, bei Kunstlicht schimmert die Wolle und das farbige Garn erinnert fast an Pfauenfedern. Nun wird das Tuch noch einmal gewaschen,damit das Gewebe sich entspannen kann. Es ist somit schon vorgewaschen. (wie alle meine Webereien) Es ist schön dünn und leicht geworden.

Kommentare:

  1. ...ich BRAUCHE einen größeren Rahmen! :-)
    Das Tuch ist sehr schön!

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  2. Das Tuch sieht wundervoll aus, schöner Glanz und wie's aussieht fällt es schön weich.
    LG Silvia

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  3. Das Tuch ist wunderschön geworden. Und die Fotodokumentation sehr inspirierend. Böse Vieren.:-)

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