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Sonntag, 29. April 2012

beim heiligen Rock

Gestern war mein Dienst im Webzelt vor dem Dom, durch das alle Pilger hindurch geführt werden.
Bevor es richtig los ging, haben wir als erstes die vollgewebte Bahn des Vortages vom Webstuhl genommen und schnell eine Neue aufgezogen .
Da wir zu fünft gearbeitet haben, kamen wir zügig voran. Eine Dame hat vorn an der Bühne die Fäden der Pilger entgegen genommen, einer hat Fäden gebündelt - da stand ein Riesenkorb mit den aufgestauten Fäden der Vortage, alles Kraut und Rüben durcheinander, also ein XXL Fadensalat.
Einer an Litzenbaum und Webschwert  eine hat die Fäden ins Webfach gelegt und eine hat verschlissene Litzen neu geknüpft, die nächste Kette an die Latte genäht, und mit angefasst wo Not war.
Bis nachmittags war die Kette voll gewebt, und musste ersetzt werden, dabei haben wir es geschafft das der große Korb mit Fadensalat fast leer war.
Gegen 17 Uhr war diese dann auch voll, und es wurde nochmals schnell eine neue Kette aufgezogen. Diese haben wir mit besonderen Stoffen angewebt, die uns einer der Geistlichen extra vorbeigebracht hat. Es sind Stoffe von einer orthodoxen  Gemeinde aus denen Meßgewänder angefertigt wurden.
Das war eine der großen Gesten.
Aber es gab auch viele Kleine.

Nachhaltig beeindruckt hat mich eine Situation als eine Dame mich anschaute und einen Schnürsenkel in beiden Händen entgegen streckte. Weinend erzählte sie, das der Schnürsenkel vom Wanderschuh des Sohnes sei, der beim wandern tödlich verunglückt ist.
Einen Faden mit einem Zettel habe ich verwoben, auf dem mit Kinderschrift stand : "lieber Gott ich wünsche mir, das mein Papa mehr Zeit für mich hat."
Ein Stoffstreifen habe ich verwoben auf dem stand: "Freunde sind das Größte", und dann mehrere Namen.

Für Gänsehaut sorgten Gruppen die mal spontan, mal organisiert sagen.
Viele Gruppen waren als Nichtkatholisch zu erkennen. Das ist schön, wenn so eine Veranstaltung Konfessionsübergreifend ist.

Obwohl wir an diesem (meinen) einen Tag viel geschafft haben, war das ein winzig kleiner Anteil der Arbeit, die von zahllosen Helfern dort geleistet wird. Nicht wenige sind jeden Tag vor Ort,oft nach ihrem normalen Job, - eine Dame hab ich kennen gelernt, die sich einige Wochen Urlaub genommen hat, um von der Küste aus nach Trier zu reisen, um dort zu helfen ! Wow !

Die gute Stimmung die dort herrscht ist ansteckend,obwohl man sehr trauriges mitbekommt. Ich wünsche allen Pilgern mit schweren Sorgen, das sie Trost auf ihrer Wallfahrt gefunden haben und noch finden werden.
Der Rock wird noch bis zum 13 Mai 2012 gezeigt.

Offizielle Infos unter:
http://www.heilig-rock-wallfahrt.de/start.html
http://www.heilig-rock-wallfahrt.de/start/aktuelles/meldung/webstuhl-als-tagebuch-der-wallfahrt.html

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