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Mittwoch, 30. Mai 2012

Blau gemacht

Gestern war blauer Dienstag.
Da ich einige Auftragsarbeiten mit blauem Garn bekommen habe, hab ich mich nach langer Zeit wieder mal an Indigo herangetraut.


Die Leine hängt sonst ein ganzes Stück höher, aber 2,5kg Wolle, die naß noch einiges mehr wiegt,lassen sie ganz schön, durch hängen. Da die Flotte es noch hergab, durfte meine Tochter sich noch ein großes Schlafshirt färben. Wie gewünscht, ist es schön wolkig geworden. Es schliefe sich so schön, in Wolken.
Im Hintergrund, hängt noch die dritte Flotte Walnußschalenfärbung von Vortag.


Mit in der Flotte waren zwei Knochenschiffchen. Wobei das hellere in der Mitte, viel länger in der Flotte getaucht ist, als das dunklere. Das unterste im Bild ist ungefärbt, zum Farbvergleich. Das Obere, ist in der Materialstruktur gröber und hat wohl deshalb die Farbe besser angenommen.
Aber ich finde, das hat was, das blasse Blau mit den Blümchen erinnert mich ein wenig an Vergissmeinnicht.

Heute ist der Himmel bedeckt, und ich sorge mich darum das viele Garn trocken zu bekommen.
Vom vielen Wasser schleppen,hab ich Muskelkater in den Beinen und Armen.


Besonders danken möchte ich Regilla, die ein wunderbar unkompliziertes Indigorezept entwickelt hat. Ganz ohne schwieriges Beschaffen von Chemikalien, sondern mit Zutaten aus der Drogerieabteilung. (Ok die sind auch chemich, aber man kann sie einfach ÜBERALL kaufen)
Und nicht nur, das es einfacher zu beschaffen ist, viel weniger kostet, als was es herkömmlich kostet, nein es stinkt auch viel weniger.

Hochmittelalterliche Motive des kölner Schatzbaukastens

An den Pfingsttagen hatte ich Lust auf kleine Beinarbeiten. Da ich alles von Hand ohne Elektrowerkzeuge arbeite, geht das ohne störenden Lärm ab.
Meine Vorlagen sind aus einem Buch über die große kölner Beinschnitzerwerkstatt des 12ten Jahrhunderts.
Aus dieser Zeit sind viele Arbeiten erhalten, die heute über die ganze Welt verstreut aufbewahrt werden, aber alle die gleiche "Handschrift" tragen. Man geht davon aus, das es eine Art Baukasten gab, mit Einzelteilen die man in größerer Zahl vorgearbeitet hatte. Innerhalb kurzer Zeit konnte für einen Auftraggeber so ein repräsentatives Reliquiengefäß montiert werden. So das neuerworbene Reliquien standesgemäß, mit in die Heimat transportiert werden konnten.
So sind die meisten der Arbeiten, mit religiösen Motiven versehen. Aber auch mein kleiner Klappspiegel, den ich vor einiger Zeit vorgestellt habe wird dieser Werkstatt zugeschrieben.
Oder das Londoner Minnekästchen, das vermutlich zum aufbewahren von Schmuck einer reichen Dame diente. Ebenso scheint der Mailänder Kasten einen weltlichen Zweck gedient haben.

Zuerst habe ich einige Bandornamente nachgeschnitzt. Wobei das Vierblattornament mein Lieblingsmuster ist. Diese Muster wiederholen sich auf fast allen Arbeiten, die dem kölner Baukastenarbeiten zugeschrieben werden.
Die beiden geschwärzten Motive sind an den Mailänder Kasten, angelehnt.
Das Fabelwesen und der Fisch. Diese Figuren sind auf dem Deckel zwischen anderen Motiven eingebettet, und fallen auf dem ersten Blick gar nicht auf.
Zu guter letzt habe ich einen Ausschnitt vom Londoner Minnekästchen nachgearbeitet. Auf dessen Rückseite sind zwei kämpfende, gerüstete, Männer zu sehen. Ob es nun Ritter oder Soldaten sind ? Ich muß passen.
Daran gefallen hat mir das an den Figuren gekonnt,  Kettenhemd, Gambeson und sogar die Beinwickel, zu erkennen sind. Das ist mir nicht ganz gelungen, aber es gefällt mir dennoch und ich bin stolz auf mein Werk.


Immer noch überlege ich, was diese Motiv darstellt. Ich nenne es für mich Federballornament. Aber es wird wohl doch eher ein florales Motiv sein, so wie die Andern auch. Wer weiß was es ist  - ich würde mich freuen, es zu erfahren.

Montag, 14. Mai 2012

Schultertücher

Weil so oft danach gefragt wird - neue Schultertücher. Diesmal in 2/2er Gleichgratköper, die passen gut ins Hochmittelalter, da die Bindung aber so schön neutral ist, aber auch in andere Zeiten.
Gefragt waren diesmal Naturtöne, zwichendruch musste aber auch mal eins in Farbe her, damit es nicht langweilig wird.
Hier schon mal eine Auswahl von dreien:

Naturbraune Kette mit grauem Schuß, das hat schon eine neue Besitzerin und ist nun auf dem Weg nach Österreich
 
Naturgrau/schwarz mit Pflanzengefärbten Garnen
http://de.dawanda.com/product/31241093-Schultertuch-Lust-und-Laune-Karos


Naturgrau mit weißem handgesponnenem Schuß

Nun liegen noch krappgefärbte Garne da, div. naturfarbene, aus denen evtl ein Karotuch entstehen könnte.
Mal sehen, was mir so einfällt. Danach kommen dann wieder Stoffe dran und der Webstuhl ist eine Zeit lang blockiert.

Mittwoch, 9. Mai 2012

Webschiffchen für Borten

Ich hatte mal wieder Lust auf ein paar kleine Knochenarbeiten, und so sind diese drei Webschiffchen aus Knochen entstanden.

Alle drei sind mit mittelalterlichen Motiven verziert, auch wenn ich für die Anwendung an Schiffchen keinen Beleg habe - es sieht halt nett aus, wenns verziert ist.
Auf zweien ist der sogenannte laufende Hund. Eine Art Knotenmuster, das mit einem großen doppelten Augenbohrer gemacht wird. Dieses Muster findet sich auf mehren mittelalterlichen Kästchen, die mit Knochenplättchen verkleidet sind.


Hier ist das Muster geschwärzt
Hier ist das Muster mit Schnitzmessern nachgearbeitet, dieses Schiffchen hat eine Lesenase um einzelne Fäden beim weben hoch zu heben.

Dieses Motiv, ich nenne es mal Kreuzblume, findet sich ebenfalls an vielen Kästchen,zB an den vielen mittelalterlichen Turmreliquienkästen der kölner Beinwerkstatt, die heute auf der ganzen Welt verstreut, in Museen zu finden sind.
Es ist zur Zeit mein Lieblingsmotiv.




Ins Licht gehalten wirkt der Knochen beinahe wie Porzellan.



Die Schiffchen findet Ihr in meinem Shop:
htp://de.dawanda.com/shop/Zeitensprung