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Mittwoch, 30. Mai 2012

Hochmittelalterliche Motive des kölner Schatzbaukastens

An den Pfingsttagen hatte ich Lust auf kleine Beinarbeiten. Da ich alles von Hand ohne Elektrowerkzeuge arbeite, geht das ohne störenden Lärm ab.
Meine Vorlagen sind aus einem Buch über die große kölner Beinschnitzerwerkstatt des 12ten Jahrhunderts.
Aus dieser Zeit sind viele Arbeiten erhalten, die heute über die ganze Welt verstreut aufbewahrt werden, aber alle die gleiche "Handschrift" tragen. Man geht davon aus, das es eine Art Baukasten gab, mit Einzelteilen die man in größerer Zahl vorgearbeitet hatte. Innerhalb kurzer Zeit konnte für einen Auftraggeber so ein repräsentatives Reliquiengefäß montiert werden. So das neuerworbene Reliquien standesgemäß, mit in die Heimat transportiert werden konnten.
So sind die meisten der Arbeiten, mit religiösen Motiven versehen. Aber auch mein kleiner Klappspiegel, den ich vor einiger Zeit vorgestellt habe wird dieser Werkstatt zugeschrieben.
Oder das Londoner Minnekästchen, das vermutlich zum aufbewahren von Schmuck einer reichen Dame diente. Ebenso scheint der Mailänder Kasten einen weltlichen Zweck gedient haben.

Zuerst habe ich einige Bandornamente nachgeschnitzt. Wobei das Vierblattornament mein Lieblingsmuster ist. Diese Muster wiederholen sich auf fast allen Arbeiten, die dem kölner Baukastenarbeiten zugeschrieben werden.
Die beiden geschwärzten Motive sind an den Mailänder Kasten, angelehnt.
Das Fabelwesen und der Fisch. Diese Figuren sind auf dem Deckel zwischen anderen Motiven eingebettet, und fallen auf dem ersten Blick gar nicht auf.
Zu guter letzt habe ich einen Ausschnitt vom Londoner Minnekästchen nachgearbeitet. Auf dessen Rückseite sind zwei kämpfende, gerüstete, Männer zu sehen. Ob es nun Ritter oder Soldaten sind ? Ich muß passen.
Daran gefallen hat mir das an den Figuren gekonnt,  Kettenhemd, Gambeson und sogar die Beinwickel, zu erkennen sind. Das ist mir nicht ganz gelungen, aber es gefällt mir dennoch und ich bin stolz auf mein Werk.


Immer noch überlege ich, was diese Motiv darstellt. Ich nenne es für mich Federballornament. Aber es wird wohl doch eher ein florales Motiv sein, so wie die Andern auch. Wer weiß was es ist  - ich würde mich freuen, es zu erfahren.

Kommentare:

  1. Die Schiffchen schauen ja traumhaft aus? Wie kommt man zu diesem Hobby mit den doch ungewöhnlichen Materialien.
    Liebe Grüße
    Uta

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  2. Liebe Uta,danke für das Lob.
    Hmm wie kommt man dazu ? Das ist eine lange Geschichte. Die Kurzform ist - ich wollte mir eine mittelalterliche Klamotte machen,um lustige Veranstaltungen wie Mittelaltermärkte besuchen zu können. Dazu wollte ich möglichst viel selber machen, und hab alles mögliche ausprobiert. Beim Tuch weben und Knochen schnitzen bin ich dann hängen geblieben.
    Beim Knochen weil das Material in bearbeiteter Form so wunderschön ist. Ich finde auch Elfenbein schön,aber aus Tierschutzgründen lehne ich es ab. Knochen ist ein Abfall, und deshalb für mich OK.

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  3. Braunelle das ich die Schiffchen auch verkaufe weißt Du ? Guck doch mal oben rechts das orange Dawandalogo, einfach mal drauf klicken und Du bist in meinem Shop.

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