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Montag, 16. Juli 2012

hl. Rockweberei - die Reste

Beim heilig Rockfest, sind ja Unmengen an Fäden und Garnen angekommen, mehr als man in der Zeit verarbeiten konnte, und so sind 3 prall gefüllte Müllsäcke Fadensalat bei mir gelandet. (das ist nur ein Teil des Garn das nicht gleich verwebt werden konnte, der Rest wird wo anders verwoben)
Seit April, gleich nach meinem Dienst, habe ich angefangen, die Fäden zu entwirren, aneinander zu knoten, und aufzurollen.
Aus den Garnspenden die es auch reichlich gab, habe ich eine 11m lange und 630 Fäden starke Kette geschoren. Kunterbunt. Aus den aneinandergeknoteten Stücken habe ich kleine Röllchen gewickelt, damit ich mit dem Handschützen arbeiten kann. Dicke Schnüre und Kordeln habe ich auf die Teppichnadeln gezogen. Stoffstreifen und Bänder sortiert und auf Kleiderbügel gehangen.
Eine Kiste Kunterbuntes

Fadenstränge die von Gruppen abgegeben wurden, Bänder und Stoffsteifen.
Es gibt zusätzlich noch eine Tüte mit Haargummis, Sommerschals, einen Hosengürtel, und einen Beutel mit Holzstücken.

der kunterbunte Rest der nicht mehr in die Kiste passte
Angewoben.
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An die Pilgerin die mir am Samstag den 28April das letzte Knäuel graue Sockenwolle der Mutter anvertraut hat: Ihr Garn ist komplett über die 11m Kette in den ersten 10cm von links verteilt.
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Das orange Band, ist für die kürzlich, viel zu jung verstorbene Kollegin, meiner Freundin.
Beim weben, stelle ich fest - das wird ein Gewebe so bunt wie die Menschen.
Es gibt dicke und dünne Fäden, Strapazierfähige, und Fragile. Schillernde und ganz unscheinbare. Einige Störrische wollen sich nur ungern ins Gewebe einfügen. Auch mit dabei die Trendgarne der letzten Jahrzehnte. Da merkt man wie die Mode und die damit verbundenen Trends rasen.
Die flausichgen Mohairfäden machen mir besonders zu schaffen. Sie machen mir echt das Leben schwer.
Statt des angepeilten 1m pro Tag, die ich vor meiner anderen Arbeit erledigen wollte, sitze ich den ganzen Tag an einem halben Meter.  So mühsam hatte ich mir das nicht vorgestellt.

Die Fäden sind bunt und unterschiedlich wie Menschen auch sein können, und doch wird es zum Schluss ein Gewebe.
Nein Mehrere. Denn die Kapazität meines Webstuhles ist nach 3,50m erreicht, der Warenbaum ist voll, so dick ist das Gewebe geworden. Ob ich jemals erfahren werde, was aus den Geweben geworden ist ? Werden sie als Wandschmuck verwendet ? Könnte ich mir gut vorstellen.

Aber für heute ist es genug.
Ich werde mich jetzt faul in die Wanne legen, und die steifen Nackenmuskeln lockern.
Bilder vom fertigen Gewebe werden folgen.

1 Kommentar:

  1. Wow. Auf das Ergebnis bin ich echt gespannt. Wie Du weißt liebe ich Garn-Rest-Projekte :-)

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