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Montag, 2. Juli 2012

Mittelalterwochenende im Detmold

Vergangenes Wochenende war im Lippischen Landesmuseum Detmold, Mittelalterwochenende, und ich durfte mit meiner Familie mitten drin sein.
http://www.lippisches-landesmuseum.de/pages_neu/start.php
Wir waren als Würfelmacher mit dabei, und haben ein wenig über Würfel und deren Herstellung aus Knochen erzählt, so nebenher auch noch, ein wenig über Kegelknochen und Knickelbones. Für letzteres, war eigentlich meine Tochter zuständig, die das auch ganz gut eingeübt hat, aber dann doch wichtigeres zu tun hatte.
Knochenwürfel finden sich häufig im Fundgut vergangener Zeiten und zwar in sämtlichen. Seltener sind die Funde aus Horn, aus Holz kenne ich keinen,vermutlich weil diese Materialien schneller im Boden vergänglich sind.
Im Spielebuch von Alfons dem Weisen, das aus dem Mittelalter erhalten ist, ist eine wunderbare Zeichnung, die uns die Produktion von Knochenwürfeln zeigt.
Zuerst werden von einem großen Knochen, (gut brauchbar sind da die Oberschenkelknochen vom Rind) Stangen zugesägt. Diese werden mit Feilen in möglichst quadratischen Querschnitt gebracht, um dann - wie eine Salami von der man dicke Stücke abschneidet - zu würfelgroßen Stücken, abgesägt zu werden.
Diese werden nochmals mit der Feile bearbeitet, dann werden mit der Dreule, Kreisaugen eingebohrt. Diese Augen fülle ich mit heißen gerußten Wachs.



das ist die Ausbeute an der mein Mann und ich ein Wochenende lang gearbeitet haben. Mehr haben wir durchs viele erzählen und zeigen nicht geschafft, und auch die Verteilung der Augen, ist nicht immer so schön geworden. Bei einigen muß das überschüssige Wachs noch weg poliert werden.


Außerdem gab es mehrere Modenschauen, an denen wir teilgenommen haben.
Als die Moderation mir bei der letzten Schau spontan das Micro unter die Nase hielt und ich meinen Mantel beschreiben sollte, war ich so von der Rolle, das mir nicht einfiel, ob die Naht vorn oder hinten ist.Alles war weg.
Besonders gut gefallen hat mir an der Moderation von Sylvia Crumbach, das sie erzählt hat, das wir die Kleidung alle selbst hergestellt haben und zwar so wie wir vermuten, wie sie hätte sein können, und das sie gezeigt hat, wie die Kleidung aussieht, die die Allgemeinheit, gängiger Weise fürs Mittelalter hält.
Das alles mit großer, ansteckender Begeisterung in der Stimme, die mir neuen Elan für weitere Projekte gegeben hat.
"seien sie neugierig, gehen sie ins Museum..."

Für meine Tochter war es ein großes Erlebnis, mit und ohne Jörg Nadler, Einbaum zu fahren. Der Schleifischer, der auch im Alltag Berufsfischer ist, hatte Fangnetze aus gebracht.


Schon nach kurzer Zeit, war meine Tochter relativ sicher im Boot, so das sie einige willige Besucher übers Wasser gepaddelt hat.

Der Schleifischer mit Wochenendpraktikantin

Die Mitarbeiter des Museums haben so nett für uns gesorgt, und waren bester Laune, und das obwohl sie sicherlich viele Überstunden für diese Veranstaltung geschoben haben.
Freundliche Grüße an dieser Stelle, und herzlichen Dank für diese beiden Bilder :


das bin ich
und das meine Knochen  ;o)
Fotostrecke der örtlichen Presse :
http://bilder.lz-online.de/mittelalter-wochenende_in_detmold/73/870683/870683.html

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