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Montag, 2. Juli 2012

Schnallen für die Runneburgtasche

Damit ich im Museum, mehr als nur winzige Würfelchen zeigen kann, hatte ich, noch ein paar winzige Knochenschnallen vorbereitet.
Sie sind den Schnallen der Runneburgtasche nachempfunden, und so gut ich es vermag nachgearbeitet. Die originale Tasche, ist äußert dürftig in der Literatur umschrieben, so das man sich Maße und Maßstäbe selbst an Hand von Fotos erarbeiten muß.
Ich bin oft gefragt worden, wie lange ich an den Schnallen arbeite und ich kann es nicht sagen. Allein die Vorarbeit war lang und mühselig, und zog sich über Monate.
Eigentlich müsste ich hunderte davon machen, damit die Arbeit gelohnt hat.

Schwierig ist es, erst mal die Querbohrung zu machen, und nicht wenige Versuche sind in der Ecke gelandet.
Knifflig ist es den winzigen Schnallendorn in Form zu feilen, denn auch wenn ich zierliche Hände habe,kann ich die kleinen Stückchen kaum festhalten.
Auch der sehr dünne Knochenstift, der den Dorn in der Schnalle hält, zeigt mir wieder mal, wie genial die Handwerker zu früheren Zeiten waren.
Wie schön und knifflig im Detail, die alten Dinge sind, sieht man oft erst, wenn man versucht sie zu kopieren.

Da hätte ich gerne ein Zeitfernrohr, und würde gern mal zugucken, wie die Menschen damals vorgegangen sind, ohne Schraubstock, ohne Sehhilfen, und wie sie das Werkzeug in Schuß hielten.
Ein modernes Sägeblatt hält etwa 10 Würfelchen lang, dann ist es mittig zahnlos. Aber an den Schnallen wird das Meiste weggefeilt,nicht gesägt . Das mache ich mit modernen zierlichen Schlüsselfeilen. Ich mag es nicht mit Maschinen zu arbeiten und vermutlich hätte ich dabei nicht genug Gefühl für solch kleine Arbeiten.
Auch meine Augenbohrer sind nach dem Wochenende im Museum stumpf,obwohl sie frisch geschärft waren.


So sieht meine Interpretation der Runneburgtasche aus:

1 Kommentar:

  1. wow, die sehen absolut genial aus... da fühle ich mich gleich wieder so richtig dilettantisch mit meinen einfachen Gürtelschnallen aus Horn *lach*
    Ich bewundere deine Feinmotorik! Absolut geniale Arbeit!

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