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Donnerstag, 27. September 2012

Kinderkleid fürs Frühmittelalter oder Zweitverwendung eines Kleidungsstücks

Einen lieben Hobbyfreund, dem ich etwas Gutes tun möchte, weil er mir allen möglichen Kram sammelt, und hilfsbereit wie kein Zweiter ist, möchte ich für dessen Tochter ein Kleidchen nähen.
Ein Kleid das ich für mich selbst genäht,aber nur einmal getragen hab, weil es misslungen war, soll hier Zweitverwendung finden.
Das alte Kleid habe ich komplett auftrennt, so das man die einzelnen Teile wieder hat, diese muß ich nun verkleinern, auf die Maße die ich bekommen habe.

das alte aufgetrennte Kleid

Obwohl überall eine dicke Zugabe angeschnitten ist, habe ich das Gefühl ein Zwergenkleidchen zu machen.
Würde ich knapp rechnen, dann würde ich mit einer Breite meines Kleides, Vorder und Rückseite des Kinderkleidchen abdecken können. Mache ich aber nicht, erscheint mir zu knapp.
Die Geren habe ich diesmal nicht dreieckig geschnitten,sondern im unteren Teil gerade, so das ab etwa Mitte Schienbein die Rockbahn nicht ausgestellt sondern gerade ist. Darauf soll ein andersfarbiger Zierstreifen, der nun erst mal nach oben genäht wird. Ist die Maus gewachsen, kann man den Streifen an der oberen Naht abtrennen und dann einfach hängen lassen lassen. Soweit der Plan.


Das zugeschnittene Kleid, das noch nicht in Anordnung liegt.

Da kleine Kinder - die Süße ist 5 - meist schneller wachsen,als man von Hand nähen kann, werde ich mit der Maschine nähen. Die wirklich gut sichtbaren Nähte mache ich von Hand.





Hier nun das fertige Kleidchen. Hmm wirklich zufrieden bin ich nicht. So rein von Hand genäht, wäre schöner geworden. Kappnähte auf der Nähmaschine sind nicht mein Ding. Kappnaht von Hand gelingt ganz gut.
Nun ja, war das Kleid erst mal auf dem Baum,im Bach und Brombeeren pflücken, wirds nicht mehr so schlimm auffallen.

Dazu gelegt habe ich noch eine Glasperle und zwei winzige Knochenperlchen auf einer Leinenschnur. Denn so braun in braun ist es doch arg graumausig. Auch wenn das zur Darstellung von Zimmermannstochter paßt.


Nachtrag 7 Oktober 2012, das Kleid paßt. Es hätte unten etwas länger sein können, und der Halsausschnitt etwas kleiner,aber die junge Dame hat es den ganzen Tag nicht mehr ausgezogen. Was für eine Ehre.  :o)



Dienstag, 25. September 2012

Ein Wochenende in Oerlinghausen

Unter dem Motto "die Wikinger kommen!" lud das Freilichtmuseum Oerlinghausen Groß und Klein ein, einmal einen Eindruck zu bekommen, wie die Menschen zu früheren Zeiten gelebt haben könnten.
Es war meiner Familie und mir, eine große Freude, daran teilgenommen zu haben,wir hatten eine schöne Zeit dort.
Das besondere Highlight für uns, war im Bronzehaus übernachten zu dürfen.
Bisher haben wir unser Fähnchen in der langen Zeitstraße beim Jahr 1250 gepickt,aber man schaut ja gerne über den Tellerrand.
Ich war überrascht, wie komfortabel es sich in einem solchen Haus leben läßt. Hätte ich doch gedacht, das der Rauch des Feuers intensiver und schwerer zu ertragen ist. Das es zugig und eng ist. Den Eindruck hatte ich jedoch nicht.
Nun geben zwei Abende unter Freunden, schwer ein Bild der Realität,aber spannend fand ich es dennoch.
Es war gemütlich.






der Ausblick von meinem Schlafplatz aus auf die Feuerstelle

Die Veranstaltung war gut besucht und der Kontakt mit den Besuchern hat meist Spaß gemacht.
Es ist schön, einfache Dinge wie einen Würfel und das drumherum zu erklären. Einen Würfel hat Jeder schon einmal benutzt, - wie alt seine Geschichte ist, und das Menschen schon immer gespielt haben, erstaunt immer wieder.
Hier erzähle ich gerade einem kleinen Jungen, das der Würfel der er in seiner Hand hält aus dem Knochen eines Rindes gemacht ist.
Die Reaktion der Kinder ist immer wieder schön. Einige Kinder legen dann den Würfel ganz schnell wieder hin. Andere fühlen dann erst recht, wie gut sich polierter Knochen anfühlt,und ein Mädchen meinte:"wie frisch geputzte Zähne".

Der schlechten Lichtverhältnisse wegen, habe ich im Haus größere Holzwürfel bearbeitet. Auf dem Foto wirkt  der Arbeitsplatz durch den Blitz sehr gut beleuchtet. Tatsächlich konnte ich aber kaum sehen was ich da tue.
Nicht ins Bild gehört eigentlich, das Marmeladeglas in dem mein Binsenlicht wegen des Luftzugs steht. Am Binsenlicht erhitze ich den gerußten Wachs, mit dem die Augen der Würfel geschwärzt werden. Und die Handschuhe. Die sind nötig, weil ich immer wieder mal mit dem spitzen Bohrkopf Richtung Finger abrutsche, wenn ich abgelenkt bin.

Oerlinghausens Freilichtmuseum gefällt mir ausgesprochen gut. Die Anlage liegt am Waldhang, das macht das Gelände ein wenig unübersichtlich, so das man nicht alles gleich auf dem ersten Blick sehen kann. Ich finde es besonders schön, das man ums Haus der Altsteinzeit, sogar die Vegetation nachgebildet hat. Bei den späteren Häusern spürt man fast einen Dorfatmosphäre, die durch die Einfriedungen der jeweiligen Zeit entsteht.
Wer einmal in der Nähe ist,sollte unbedingt 1-2 Stunden Zeit frei machen und es sich anschauen. Auch ohne Spektakel ist das Museum einen Besuch wert.
Das Museum bietet einiges in Sachen Museumspädagogik, es finden immer wieder mal Workshops wie Schmieden für Anfänger oder Ähnliches dort statt. Infos was und wann findet man hier auf deren Homepage:
http://www.afm-oerlinghausen.de/index.php?lang=de

Sonntag, 16. September 2012

Würfelsammlung

Ich starte ein neues Miniprojekt.
Eine glückliche Flohmarktbeute ist dieses wunderbare Schaukästchen, das Jemand mit viel Geschick und Liebe hergestellt hat. Ich hatte von Anfang an vor darin meine Knochenwürfel aufzubewahren, war aber unschlüssig, weil die Standartwürfel zu groß fürs Kästchen sind.
Nun habe ich eine bessere Idee, ich werde eine kleine Sammlung von Würfelrepilken quer durch alle Epochen anlegen. Einen kleinen Grundstock habe ich beisammen. Mal eben so auf die Schnelle - nach und nach, werde ich diese durch sorgfältigere Repliken ersetzen.


Die Sammlung startet unten rechts, mit dem mir bisher ältesten bekannten Würfeln,aus der Latenezeit, einer Würfelperle und einem Stabwürfel, die ich in Bibracte Frankreich, bewundern durfte, und endet bei modernen Kunststoffwürfeln für Rollenspielern, oben links.
Was mich besonders fasziniert ist, das der Neuste und Älteste sich so ähnlich sind.

Weitere Würfel werden mit der Zeit folgen.
So wie ich Zeit und Muße habe, und weitere Funde entdecke.
Es soll Würfel aus Stein,Ton und Metall geben,da muß ich mal nach Belegen suchen.
Über Tipps wo ich weitere Würfel aus vergangenen Zeiten zu finden sind,würde ich mich freuen.

Samstag, 15. September 2012

Grüner Stoff

Es ist nicht so das ich zur Zeit faul bin,es kommt nur nichts dabei rum, was zu zeigen lohnt.
Eine nette Haarspange aus Knochen habe ich gemacht, aber die war schneller verkauft als ich sie knipsen konnte. Manchmal vergeht die Zeit, in der man immer beschäftigt ist, und doch nicht weiß, was man getan hat.


Daran arbeite ich zur Zeit.
Schurwolle, chemisch gefärbt,6 Fäden je cm, 2/2er Köper. Daraus wollte ich mir eine neuzeitliche Jacke machen. Die Farbe gefällt mir so gut.
Aufgezogen habe ich 10m Kette.
Eigentlich wollte ich, mit aus der Kette, ein Schultertuch aus selbstgesponnenem Singelgarn mit Farbverlauf weben, aber es war zu wenig Schußgarn, so überlege ich, evtl noch ein nettes Oberteil daraus zu machen. Die Ergebnisse werde ich zeigen, falls sie vorzeigbar werden und irgendwann fertig werden.
Oft ist es so,das die Stoffe auf Halde liegen und mir der Mut und die Muße fehlen zur Schere zu greifen, und anzufangen.

Sonntag, 2. September 2012

8m blauer Wollstoff in Leinwandbindung

Mal wieder ein wirklich selbstgemachtes Problem :
wie trocknet man eine 8m lange Stoffbahn ?

Gestern Abend vom Webstuhl geholt, über Nacht schon mal eingeweicht und eben von Hand gewaschen.
Aufs auswringen hab ich verzichtet, dafür bin ich jetzt schön naß.
Jedenfalls weiß ich nun das die Wäscheleine kürzer als 8m lang ist. Egal, irgendwie wird es schon trocknen.

Das Garn habe ich im unhandlichen 1kg Strang gekauft. Das war ja mein Notkauf,weil ich das Garn für den Römerstoff verdorben hatte. Es gab meine Lieblingsqualität nur noch in diesem hellen türkies. Da mein Indigorezept aber mit einem Entfärber wirkt, wurde das türkies in einem Arbeitsgang entfärbt und blau gemacht. Das beweisen die weißen Flämmchen im Stoff. Auch ein Nebenprodukt meines Riesenstrangs.Aber ich finde das macht den Stoff hübsch lebendig. Bei 8m weben, fand ich das blau langweilig, so was wird nur durch einen netten Krimi im CD Spieler erträglich.
Aber wie es jetzt so in der Sonne leuchtet - doch gefällt mir gut.

Ach-ja so am Rande - inclusive Färben und Vorarbeiten wie Garn spulen,schären,bäumen,weben, Stoff nachbearbeiten und vorwaschen komme ich für diese 8m, auf eine Arbeitszeit von etwa 70-80 Stunden. So ganz genau läßt sich das schlecht nachhalten, da man diese Arbeiten ja nicht am Stück macht.