Translate

Dienstag, 22. Januar 2013

Spinnerei und Schlichten oder Mantelstoff 1

Eine Bekannte hat mich auf Bücher gebracht, die ich freiwillig nie ausgeliehen hätte.
Im speziellen Fall geht es um "Segeltuch und Emballage".
 

Darin wurde beschrieben, das Stoff deren Fäden mal rechts rum und mal links rum versponnen werden, dichter sein sollen,als Gewebe deren Garne alle in eine Richtung gesponnen wurden.
Genauer gesagt die Kette in die eine Richtung, der Schuß in die Andere.
 

Das fand ich einleuchtend und das muss ich unbedingt einmal ausprobieren.
 
Da die Garne, die man heute von der Stange kaufen kann,alle in eine Richtung gesponnen sind, musste das Projekt von langer Hand vorbereitet werden, denn das benötigte Garn dazu ist Handgesponnen.

 

Die Rohwolle mit meinem Rad

hier zum Einfachgarn gesponnen,ist es nicht erstaunlich wie wenig das nur noch aussieht ?

Weil die Kettfäden so unzertrennlich sind, muss ich schlichten, man kann gut vor den Litzen die verriebene Schlichte und hinter den Litzen die unberührte Schlichte sehen.

Hier noch mal das Spiel von hinten...



Ihhhh und hier mal unter der Kette, da wird später großes Reine machen nötig sein.
die leere Schüssel mit Schwämmchen und Kamm zum auftragen, sieht aus wie beim Frisör *g*
 

 
Die Schlichte war aus einfachem Leitungswasser und Stärkemehl, mit dem Schneebesen gut verrührt.
 
 
Aber hier nun endlich das Gewebe, die Kette ist etwa zur Hälfte schon gewoben. Das gezeigte Gewebe ist unter Spannung auf dem Webstuhl fotografiert :
 


Man kann hier gut erkennen wie alle Fasern der Fäden in die gleiche Richtung zeigen.

Das Weben ist mühsam. Durchs schlichten kann ich immer nur das kurze Stück weben, das geschlichtet ist. Denn nass und frisch aufgetragen, kann nicht gewoben werden.
Also heißt es ständig: Zwangspause.
Im Nächten Beitrag werde ich dann zeigen, wie es weiter geht.
 
 

Donnerstag, 17. Januar 2013

Neue Wolldecke

Die Weihnachtpause ist endlich zu Ende. Der Webstuhl ist wieder aufgebaut, und die erste Kette ist schon fertig gewoben.

Nach dem sehr dickem Mantelstoff, ist es nun eine ein wenig dünnere Decke geworden.
Die nächsten Ketten werden  dann feiner und schmaler, da ich an die alte Restkette weiter anknoten werde.
Die Bindung ist immer noch 2/1er Köper.
Die Kette ist industriell gefärbt und der Schuß aus naturfarbenem handgesponnem unverzwirntem Garn.
Erst vernäht in der Technik der so genannten Elisabethnaht und dann gewaschen. Die kettbetonte Seite ist mit einer Bürste, nachträglich ein bisschen aufgeraut.



Vor und Rückseite
Das Braun läßt sich nicht gut einfangen bei den Lichtverhältnissen. Schade, das große Foto wird der Decke nicht gerecht, es geht gerade nicht besser. Das Bild mit den Fransen fängt es besser ein.
Auf dem dritten Bild ist die Vor und Rückseite gut zu sehen, sowie die beiden Enden. Am Fußende habe ich dekorative Fransen gemacht, Am Kopfende finde ich Fransen lästig, und so ist dort nur eine glatte Kante, doppelt umgeschlagen zum Saum.
Die Decke ist in einer langen 4m Bahn gewoben, da wo der obere Rand nun ist, habe ich die Bahn geteilt. Die beiden Bahnen sind wie gesagt aneinander genäht.
Die Maße der Decke sind etwa 1,60m x 2m, schön groß zum einmummeln.


Auf historischen Bildquellen ( hier auf dem Rekonsstrukionsversuch meines unvollendeten Kästchens) sieht man Decken mit üppigem Faltenwurf. Zumindest deute ich diese so.
Meine Decke ist bewusst schlicht gehalten und soll einfach nur funktional sein.