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Dienstag, 26. Februar 2013

Mit isländischen Flechten gefärbt

Das isländische Garn ist beim Färben mehr eingelaufen, als berechnet, und so musste etwas nachgefärbt werden, weil der Vorrat nicht für die ganze Tuchbahn ausreicht.
Mit Flechte hatte ich noch nie gefärbt, was daran liegt, das Flechten nun einmal langsam wachsen und bei uns nicht all zu häufig vorkommen. Unsere Isländerin hat die Flechten bei sich zu Hause, über einem längeren Zeitraum gesammelt, und auch nur wenig von einer Stelle genommen um keinen Schaden in der Natur an zu richten.
Die Flechten heißen mit Botanischen Namen Parmelia saxatilis.
So sehen sie im getrockneten Zustand aus :
Gefärbt wird ohne Vorbeize in Verhältnis 2 Teile Färbedroge, ein Teil Färbegut.


Dieses Garn war eigentlich für ein anderes Projekt geplant, aber da Island nicht ums Eck ist, muss es herhalten. Es ist mit Flechte in einem Zweit oder Drittzug gefärbt.


1 Stunde 45 Minuten hat es ab dem Siedepunkt gedauert, bis das Garn den richtigen Farbton hatte.
Die Färbung dufte viel angenehmer als die vorangegangenen Indigofärbungen.
Da als Kontaktfärbung gefärbt wurde, war das ausspülen ziemlich lästig.
Erst einmal wurde die Garnstränge mit Gefühl geschüttelt, so das der Löwenanteil schon mal raus war und dann hieß es spülen, spülen,spülen. Nun ist es getrocknet und fühlt sich immer noch schmutzig an.
Die Mühe hat sich allerdings gelohnt. Beim färben mit Naturfarben ist es immer schwierig, voraus zu sagen, wie sich der Farbton entwickelt, somit bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden:


Das Röllchengarn ist das Garn mit dem ich bisher gewoben habe, die Stränge sind die frische Nachfärbung. Einen kleinen Farbunterschied wird man sehen, was ich bei diesem Rekoversuch nicht wirklich tragisch finde.


Bevor man nun diese Färbung nachmachen möchte,bitte ich um folgendes:
*Bitte nicht in der freien Natur plündern.
*Und selbst beim sammeln auf dem eigenen Grundstück, bitte nichts Wildangesiedeltes ausrotten.
*Auch bitte überlegen, passt diese Färbung überhaupt zu meiner Darstellung ?
Flechtenfärbungen sind in Mitteleuropa untypisch, weil es so viele andere ergiebigere Färbepflanzen gibt. Während im unteren Polarkreis, man das nimmt, was die Natur überhaupt bietet,und in Grönland & Island wachsen nun mal Flechten und viele Moose. Ein flechtengefärbtes Gewand ist in Deutschland sowohl un-A als auch unverantwortlich.

9m Stoff sind hier zu sehen, darum der Korb, daraus entstehen soll einmal Herjofnes No 38 das Kleid mit den seitlichen Eingriffschlitzen.

Herzlichen Dank an Idunn fürs Korrektur lesen und das Ergänzen von Informationen, sowie der Hilfestellung aus der Ferne bei der eigentlichen Färbung.

Donnerstag, 21. Februar 2013

Der Duft von fernen Ländern

Im trüben Endwinter webe ich gerade an einem besonderen Stoff.
Aus Island habe ich diesen Auftrag bekommen und direkt aus Island ist auch das Garn dafür.
Es ist mit einer isländischen Flechte gefärbt, und duftet wunderbar, aromatisch nach Island Moos.
Die Farbe ist ein warmes Fuchsbraun, das aussieht als ob die Sonne drauf scheint.








Die Bindung ist 2/1er Köper, 8 Fäden auf einem Zentimeter. Im Bild ist die Schußbetonte Seite zu sehen. Das Garn ist isländisches Einband.
Ein Kleid soll es einmal werden, nach einem Grönländischen Fund, aber ich bin nur für den Stoff, und für eine Knochenschnalle zuständig. Nähen muss meine Isländerin dann selbst.

9m Kette ist aufgezogen, so ganz ohne Muster wird es sich ziehen, denn gewoben ist gerade mal ein halber Meter. Aber der Krimi der als Hörbuch läuft, ist spannend, hoffentlich reicht er so weit wie die Kette.


Montag, 11. Februar 2013

London

Mit meiner Freundin Marled, von der ich immer wieder viel lerne,  (http://textileflaeche.blogspot.de/2013/02/heute-abend-geht-es-mit-einer-freundin.html )
war ich zusammen mit meiner Tochter, in London, um dort eine Vortragsreihe über historische Textilien zu genießen.
Leider, ist mein Englisch lückenhaft, dennoch bin ich auf meine Kosten gekommen.
Besonders gut, hat mir ein Film von Myriem Naji, über Weberinnen in Marokko gefallen. Die Weberinnen im Film haben mit einer Leidenschaft gewoben, die ich sehr gut nach voll ziehen kann. Es hat mich sehr berührt, und ich kam aus dem Staunen nicht heraus: ganz einfache Mittel, aber so ein wundervolles Ergebnis. So viel Sachverstand, Erfahrung und Können !

 
Im Film wurde ein Mantel gewoben, wie dieser,der hier auf dem Tisch liegt. Auf Form gewoben, und an einem Stück ! Sehr beeindruckend.
Auch die anderen Vorträge haben mir viel Neues gegeben. Viele Blicke über den Tellerrand.
Es war mir eine Freunde dort gewesen sein zu dürfen !

 
Schon bevor wir morgens, einen Fuß ins Kollege gesetzt haben, wurden wir mit diesem Anblick belohnt.Den Sonntag haben wir zur Stadtbesichtigung genutzt,leider war das Wetter nicht ganz auf unserer Seite.
Was solls, es ist Winter,da ist das so. Schön und beeindruckend war es dennoch, trotz Eisregen und nasser Füße.

Statt der üblichen Fotos gibt es eins für Textilfreunde :


Herzlichen Dank an Marled, die mich überredet hat, mit zu kommen, und die meine Tochter und mich, so wunderbar gelotst hat !
Viele Grüße an Melanie, die einen mühseligen Weg auf sich genommen hat, um mich mit Reiseführer, Stadtplan und Infos zu versorgen.

Donnerstag, 7. Februar 2013

Lückenfüller

Zur Zeit warte ich auf eine Garnlieferung,bis ich mit meinen geplanten Projekten weiter weben kann.
So habe ich eine lange Kette in einer neutralen Farbe aufgezogen und webe, was mir gerade so einfällt.
Bisher dabei heraus gekommen sind 3 Schultertücher und einige Taschencoupons. Die so nach und nach vernäht werden. Erfreulicherweise habe ich noch passende Borten auf Vorrat, die als Tragebänder angenäht werden können.


Hier wieder 2/1er Köper,Kett und Schußlastige Seite

 Endlich kann ich Tücher knipsen, wann ich will und nicht wenn mal ein williges Modell da ist.

Tuch 3 ist noch nicht geputzt, es hat einige Webfehler, und muss warten bis ich mal einen extra geduldigen Moment habe.

Taschencoupons und Kammborten,oben links im Foto ist schon eine vernähte Tasche, die anderen warten noch.