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Samstag, 16. März 2013

Gewobener Prunk

Als Kontrastprogramm zum vorigen, bewusst schlichten Stoff, nun ein Stoff aus einer anderen Epoche, der das genaue Gegenteil ist.
Zeitlich sind wir nun bei den Römern,irgendwo zwischen 1- 4 Jahrh. n.Ch., das ist so weit noch nichts Besonderes. Besonders sind die Farben und die Feinheit des Stoffes.
Mit 15 Fäden je cm, ist der Stoff schon ziemlich fein, zumindest für mich, meine Augen und meinen Webstuhl, auch wenn es bei den Historischen Originalen noch weit feinere Stoffe gibt.
Bei 1125 Fäden, musste erst mal mein Grundstock an Litzen erhöht werden.
Das Garn hat etwa die Stärke von Sternchenzwirn und ist wie immer reine Wolle.




Linkes Foto : links Sternchenzwirn, rechts mein Indigogefärbtes Wollgarn, auf eine Kreuzspule gewickelt, um ohne Ärger schären zu können, rechtes Foto : der Einzug der Kettfäden durch die 4 Litzenschäfte.

Die Farben sind traditionell Indigo bzw Waidblau und Krapprot, und man muss schon die richtigen Töne beim färben erzielen, damit sich der gewünschte Purpureffekt einstellt.
Purpur ist die kostbarste Textilfarbe die man sich vorstellen kann. Diese wird aus einer Meeresschnecke gewonnen, für ein Kilo Wolle benötigt man etwa 10000 Schnecken !
So kostbar, das es hieß, diese Farbe sei nur für Könige.
Aber Menschen sind nun einmal eitel, und geben gerne vor mehr zu sein, als sie sind.
Findige Färber und Weber haben vor langer Zeit die Idee und das Geschick gehabt, dieser Farbe nahe zu kommen, indem sie blau mit rot verwoben haben. Sehr raffiniert, sehr chic.
Für mich ein Beweis der Handwerkskunst vergangener Zeiten, von der, je mehr ich erfahre, umso tiefer beeindruckt bin.



Es ist schwierig die Farben einzufangen,auch den changierenden Effekt ,aber zumindest der Glanz zeigt wie edel der Stoff schon am Webstuhl aussieht.



Der Stoff ist sehr glatt im Griff, hat einen edlen seidigen Glanz und ist leicht und dünn.
Je nach Lichtverhältnissen, kommt mal das rot, mal das blau am Webstuhl mehr zur Geltung.
Der Purpureffekt stellt sich andeutungsweise ein, wenn man von weitem schräg auf den Webstuhl schaut, das lässt sich mit der Kamera jedoch so gar nicht einfangen. Das wird warten müssen, bis der Stoff vom Webstuhl ist,dann wird sich auch erst zeigen, ob ich mit meinen Pflanzenfärbungen die richtigen Farbtöne getroffen habe.
Das Weben geht ungewohnt langsam voran, was natürlich auch am feinen Garn liegt.
Bis zum Sommer soll ein Kittel für Jörg Nadler, den Schleifischer daraus entstehen, für sein Projekt "Föderat aus GERMANIA LIBERA", und ich habe zum Glück, gut Zeit dafür eingeplant.
Wer gerne mehr über den Fischer,seine Arbeit und seine Darstellungen wissen möchte,schaut sich hier einmal um:
http://www.historischerfischer.de/index.html
Hier geht es zum Projekt für den der Stoff gedacht ist:
http://www.historischerfischer.de/html/angebote_eisenzeit.html

Kommentare:

  1. Das ist wunder-wunderschön!!!
    Ich bin sehr beeindruckt!
    Liebe Grüße
    Christiane

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  2. das stelle ich mir wunderschön fertig vor!! danke für das Erklären und Zeigen. Gruß wiebke

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