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Donnerstag, 4. April 2013

Gewobener Prunk 3 - vom Stoff zum Kleidungsstück

Nachdem der Stoff gewaschen und getrocknet ist, geht es ans zuschneiden.
Es soll eine Tunika werden, die an die Thorsberg Tunika angelehnt ist. Diese ist sehr gut erhalten und auf das 3te n. Chr. Jahrhundert datiert. Sie ist in Schloss Gottorf,  in Schleswig Holstein zu bewundern, ein wunderbares Museum, dessen Besuch unbedingt lohnt.
Dieses Kleidungsstück ist so simpel, wie genial, was den Schnitt angeht, es fällt keinerlei Verschnitt an. Um die Tunika nach zu arbeiten, wurde mir eine gutsitzende Tunika, vom Auftraggeber zur Verfügung gestellt.



Der Stoff ist bei der Wäsche noch etwas eingesprungen, von den 8,50m, die im vorigen Post im Bild lagen, wurde ein Stückchen für ein anderes Projekt bei Seite genommen. Für die Tunika brauche ich die Hälfte des Stoffes, 3,30m. Das andere Stück möchte ich mit zur IRM nehmen, um es zu verkaufen.

Als Nähfaden verwende ich Garn, das auch im Stoff verwoben ist, das hat den Vorteil das der Faden nicht auffällt, und die Naht kaum sichtbar ist. Dennoch nähe ich von Hand sehr sorgfältig, so das die Verarbeitung, zum kostbaren Stoff passt.
Zuerst säume ich alle Kanten und zwar genau nach Plan und möglichst genau.
Danach werden die Stücke mit Überwendlichstich zusammen genäht.
Dadurch entstehen schöne, saubere, flache Nähte, mit großem Tragekomfort.




Die Thorsberg Tunika hat im Original eine kleine feine Borte, als Stoßkante am Armabschluss, und da auch diese Tunika, so etwas haben soll, hat Sylvia Fröhlich das Weben der Borte übernommen.
Die Borte ist aus dem gleichen Garn wie auch der Stoff, ein NM 28/2 Wollgarn.
Mehr Infos zum Thema Borten weben finden sich auf der Homepage von S. Fröhlich:
http://www.rabenpfad.de/Brettchenweben/brettchenweben.html

 


Endlich ist genügend Sonnenlicht da, um die Farben, gut mit der Kamera einfangen zu können.
Mein Model ist etwas kleiner, als der Mann der sie tragen soll und auch das Tshirt und die Jeans muss man sich wegdenken, aber es reicht um einen Eindruck vom Kleidungsstück zu haben.

Für Querleser, hier geht es zu den Anfängen des Projektes :
http://zeitensprung.blogspot.de/2013/03/gewobener-prunk.html
http://zeitensprung.blogspot.de/2013/03/agytisch-purpur-gewobener-prunk-2.html
 

Kommentare:

  1. Gratuliere ! Das hast du absolut wunderbar hinbekommen!!!

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  2. Wow, beim letzten Bild kommen die Farben gut zur Geltung, einfach wunderschön!

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  3. Ich schliesse mich an - bin hellauf begeistert! Und jetzt sitzt du da und nähst alles mit der Hand. Der Besitzer wird stolz auf seine Tunika sein.

    LG Iðunn

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  4. toll wie du es machst!! gruß wiebke

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  5. Das Ergebnis sieht wirklich sehr schön aus. Und jetzt sieht man auch die verschiedenen Farbtöne bei dem Faltenwurf. Gratulation, das ist schöne Handwerkskunst!

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  6. Das ist richtig großartig geworden!!! Wenn ich mir die Zielperson mit der Tunika vorstelle ..... dann ist das alte Mantel nicht mehr der Knüller dazu ;-))

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  7. Das sieht wirklich toll aus! Der Stoff ist ja wirklich eine Wucht. Und das genähte gefällt mir sehr. Leider weiß ich nicht, was man einem Überwendstich meint. Ich kenne die Stichnamen leider nicht. Das werde ich jetzt mal herausfinden. Ich habe damals mir Blusen mit der Hand genäht, das war total aufwendig, aber von der Haltbarkeit der Nähte war es okay. Dafür habe ich Anleitungen von einer Bekannten bekommen, doch leider gab es dafür keine "Bezeichnungen" für die Sticharten, sondern nur: so machst Du das ... : )
    Ich bin echt total begeistert.
    Dann werde ich mir den Link anschauen für welches Projekt es geplant ist!
    LG Tinki

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  8. Wahnsinn! Die Farbwirkung ist total faszinierend!

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