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Mittwoch, 17. Juli 2013

Die Tafeln

Das Leben meint es mit manchen Menschen gut, und mit Anderen weniger gut. Dem Leben ist es ganz egal, wen es trifft. Das Leben ist nicht fair.



Ich habe einen Garten.
In diesem Garten wächst kein Rasen, sondern er ist voller Gemüse, Beerensträucher, Obstbäumchen, Kräuter, Blumen und Ziersträucher.
Auch ein kleiner Tümpel ist darin, so eine vorgefertigte Plastikpfütze,in der sich das Leben tummelt, das aus der Wildnis den Weg hier hin gefunden hat. So erfreuen sich Libellen, Wasserläufer, aber auch die schwarze Holzbiene, Bienen, Hummeln und andere Insekten im und um dem Tümpel an Pflanzen und Wasser.
Der Garten ist mein drittes Kind.

Durch den vielen Regen zur Hauptwachstumszeit, trugen meine Beerensträucher so viele Früchte wie selten. Groß, üppig, aromatisch.

 
Mehr als wir selber essen können. Das Marmeladenregal im Keller, ist noch von den Vorjahren gefüllt ...
So hatte ich kurz entschlossen, bei der hiesigen Tafel angerufen und gefragt, ob sie die Früchte haben wollen.
Sie wollten.

Jetzt kommt der Sinn dieses Post:
lieber Leser, hast Du auch einen Garten ? Hast Du auch mehr als Du selber essen kannst ?
Dann teile.
Bei den Tafeln kommt es in Hände die sich freuen, etwas zu bekommen, das frisch gepflückt wurde.
Die Tafeln sammeln auch Lebensmittel die von Privat Personen gespendet werden.
Tafeln gibt es mittlerweile so ziemlich überall, denn die Menschen die auf die Tafeln angewiesen sind, gibt es ebenfalls überall.
Die Mitarbeiter dort, sind Ehrenamtler, die nicht beißen. Mich haben sie herzlich empfangen.
Beim nächsten Überschuss werde ich wieder dort etwas hin bringen.

http://www.tafel.de/

 

Montag, 8. Juli 2013

Wie viel Farbe brauchts um bunt zu sein ?

Die Frage wie farbig Textilien in den einzelnen Epochen des Mittelalters waren, ist viel diskutiert.
Immer wieder heißt es, es war ziemlich bunt, und die Bildquellen scheinen der Theorie recht zu geben. Sind selbst die Bauern auf etlichen Abbildungen farbenfroh und ordentlich gekleidet.
Aber spiegeln diese Bilder die Wirklichkeit ?
z.B. hier:

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Les_Tr%C3%A8s_Riches_Heures_du_duc_de_Berry_f%C3%A9vrier.jpg
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Les_Tr%C3%A8s_Riches_Heures_du_duc_de_Berry_juin.jpg

Quelle : http://de.wikipedia.org/wiki/Tr%C3%A8s_Riches_Heures

Oder wollte der Auftraggeber des Buches einfach ein hübsches Buch haben ?
Der Erschaffer des Buches, seine wunderbaren Farben und sein Können demonstrieren ?
Leider sind zu wenige Textilien oder Textilfragmente  aus dem Hochmittelalter erhalten, um wirklich genaue Vorstellungen haben zu können.

Um Stoffe her zu stellen, die von weitem farbig aussehen, aber nur zur Hälfte farbig sind, webe ich weitere Stoffe, die in die Rubrik "mehr Schein als sein" passen würden. Oder wie man noch vor einigen Jahren gesagt hätte : eine solide Qualität, die dennoch etwas her macht.
Einen Stoff für den schmaleren Geldbeutel eines Stadtmenschen, eine mittelprächtige Qualität für die breite Masse.
Zeitlich soll er ins Hochmittelalter um ca. 1150 passen.

Als Kettmaterial dient ein industriell hergestelltes Garn, in naturgrauer Optik. Es hat die Optik eines Wollgarns das von grauen Schafen stammt.
Für das erste Kleidunggstück ist der Schuss ein pflanzengefärbtes Garn in einem mittleren schönen Grünton.
Die Bindung ist ein 2/1er Köper, der Stoff hat also eine Kettlastige (graue) und eine Schusslastige (grüne) Seite. Das zu damaligen Zeiten als weniger hochwertig befundene graue Garn kommt nach innen, das aufwendigere grüne Garn auf die Schauseite.
So muss nur die Hälfte des benötigten Garn eingefärbt werden, während die Hälfte bei der Abfall entsteht, ungefärbt bleibt. Das spart Arbeit, sowie die damals noch viel kostbareren Zutaten, die die Färberei benötigt.
Dennoch sieht das fertige Kleidungsstück später grün aus.

Die Tuch Bahn ist zur Zeit 75cm breit, nach dem waschen und entspannen wird sie schmaler werden.
Die Kette liegt bei 10Fäden/cm Dichte.

Oben im Bild sie Schusslastige Seite, unten die Kettlastige Rückseite des Stoffs.

Hier das Gewebe und die Garnfarben im Detail, der Fingerhut dient dem Größenvergleich.