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Montag, 9. September 2013

Beinlinge fertig - die neue 1150ger Klamotte hat Ausgang

 
Auf der Veranstaltung am Wochenende sind die neuen Beinlinge fertig geworden. Nun haben wir eine einfache Ausstattung, bei der die Oberbekleidung (mit Ausnahme des Schleiers), aus von mir handgewobenen Stoffen genäht ist.
Genäht wurde ausschließlich von Hand.

Mit den Beinlinge bin ich sehr zufrieden. Sie sitzen diesmal besonders gut.

 
Beinlinge werden diagonal zum Fadenlauf zugeschnitten. Meine Stoffbahn ist ein wenig zu schmal, der Zuschnitt sollte mehr in der Diagonale liegen.
Rechts liegt ein alter Beinling, so soll das fertige Hosenbein aussehen.

Beim ersten Mal, wurde ein altes Bettlaken mit Nadeln am nackten Bein angesteckt. Alles Überflüssige an Stoff abgeschnitten, auf der Nähmaschine vernäht, der Sitz kontrolliert, korrigiert, so lange bis das Ergebnis richtig gut sitzt. Dann auf der Naht aufgeschnitten und auf Folie übertragen.
Das ist nun das Schnittmuster. Das Schnittmuster wird mit Folienstift beschriftet, und kann so in einer Dokumentenhülle in einem Ordner verwahrt werden.
Als Folie verwende ich Renovierplane, die ist günstig und man kann gut durchschauen.
Das ist besonders praktisch wenn man moderne Schnittmuster von Papierbögen übertragen will.
Vom großen Stück Plane wird im gefalteten Zustand ein Streifen abgeschnitten der so breit, wie ein Papierschnitt ist.

Aber zurück zum Beinling.
Der Stoff wurde aus einfachem unverzwirntem Garn gewoben, das Schussgarn ist handgesponnen. Um einen Nähfaden zu erhalten, habe ich zwei Reströllchen des Schussgarns mit einander auf dem Spinnrad verzwirnt. So habe ich einen soliden Faden der im Gewebe nicht auffällt.
Die Beinlinge werden deshalb diagonal zugeschnitten, weil der Stoff dann dehnbarer ist. Das kann man leicht testen, indem man an einem Stoffstück waagerecht und auch senkrecht zieht, der Stoff wird nicht nachgeben. Zieht man aber diagonal an den Ecken, dehnt sich der Stoff.
Obwohl hier nur wenig in Diagonale zugeschnitten werden konnte, sind die Beinlinge dehnbar und bequem.

 
Da ist sie die neue 1150ger Klamotte. Auf Abbildungen dieser Zeit finden sich selten Kopfbedeckungen bei Männern. Ganz im Gegensatz zu 1250 in der man(n) immer etwas auf dem Kopf hat.
Den Schleier finde ich SEHR Gewöhnungs bedürftig. Das hat man so getragen ? Es gab doch sicherlich schon immer hippelige bewegungslustige Frauen. Wie kann man so arbeiten ?
Zum Glück ist das Schleiertuch erst mal improvisiert. Es ist ein sehr feiner Wollstoff, sicherlich gab es auch Schleier aus Leinen. Hier muss also noch gearbeitet werden.


 
 
Weil dies mein 111. Post ist, gibt es noch eine kleine zufällige Narrenkappe.
Es war am Wochenende ziemlich feucht, um nicht zu sagen nass...wir hatten mehr Glück als Andere, aber trocknen muss nun doch alles, da wird es eng auf der Leine, so das man sich schon mal eine Aushilfe suchen muss:
 


Kommentare:

  1. Die Gewänder sehen nicht nur richtig gut aus - ihr könnt glatt in nem Film mitspielen! Sondern ich find es auch genial, dass auch die Stoffe alle von dir selbstgewebt sind. Das hat auch nicht jeder. LG Morgan

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  2. Sehr schöne Stoffe, sehr schöne "Klamotten" und sehr schöne Bilder! Und für den Schleier (das Tuch ist "angeblich" auch handgewebt) wird sich schon eine Lösung finden.

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    1. Ja die Lösung ist gefunden, habe jetzt nen Leinenschleier und es muss etwas drunter, der Schleier wird hinten halb geknotet, und evtl. mit Schleiernadeln festgesteckt. Das ist zum arbeiten.
      Der rostrote Schleier ist dann für Schick, ich mag ihn sehr !

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  3. Ach ja, "hippelige bewegungslustige Frauen" sind bestimmt eine Erscheinung der Neuzeit, ich bezweifle, dass es sowas im Mittelalter schon gab ;-)

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  4. Wow, das sieht ja super aus. Richtig authentisch und dann noch selbstgewebt... Respekt!!!
    Danke dir auch für deinen lieben Kommentar zu meinen Schuhen und selbstgestrickten Socken.
    Dir weiterhin ganz viel Erfolg!!
    Liebe Grüße,
    Elfchen

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