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Montag, 28. Oktober 2013

Eine Decke für Königs


Bestellt ist eine dicke Decke die zum schlafen benutzt werden soll.
Naturfarben in 2/2er Köper mit Streifen.
Für die Kette ist wieder das dünne Garn des Fuchsschafs vom Finkhof ausgesucht, für den Schuss das Dochtgarn in grau und braun, außerdem sind noch handgesponnene Grautöne von den Camphill Werkstätten vorrätig.
Wie immer heißt es erst mal spulen, wenn die Garne eintreffen.
 

Nach dem Spulen, kann eine Kette geschoren werden. Das heißt die Kettfäden werden auf die richtige Länge gewickelt, und abgezählt. Hier bekommt jeder Kettfaden schon den Platz, den er später im Gewebe beibehält.

 
So sieht dann die Kette aus, bevor sie auf den Webstuhl kommt.
 
Vom Aufziehen habe ich leider kein Bild, das wird meist zu Zweit gemacht, einer hält das Garn straff, der andere rollt auf und legt die Leisten ein. Dann sieht das so aus, wenn`s fertig ist:
von vorn

von hinten, hier ist der Kettbaum mit der dicken Walze von Garn und Leisten zu sehen.
Hier fehlt nun ein Arbeitsschritt, das Garn wird Faden für Faden an die alte noch eingefädelte Kette am Webstuhl angeknotet. Damit erspare ich mir das Neu einrichten des Webstuhls.

Hier ist das Material für den Schuss, das Garn ist fest zu kleinen Garnröllchen gewickelt, die in das Schiffchen eingelegt werden. Das sieht man in der Mitte des Bildes, neben der Webernadel (auch liebevoll Gymnastikschiffchen genannt)


Nun fehlt wieder ein Arbeitsschritt, das eigentliche weben. Das habe ich schon so oft fotografiert, das ich es  diesmal vergessen habe.
 
Hier auf dem Warenbaum befindet sich die Komplette Decke, so kompakt wird man sie nie wieder sehen.
 
 
Die Rolle hinten ist nun leer, die Leisten liegen drunter, so wie sei beim arbeiten raus fallen.
 

 
Hier ist die Decke noch an einem langen Stück. 4,70m sind es, denn es wird etwas zum säumen gebraucht, um die Schnittkante zu sichern, und das Gewebe wird beim waschen einlaufen.
 

 
Das Gewebe wird nun an der vorgesehenen Stelle auseinander geschnitten, die obere Kante vernäht, und die beiden Bahnen aneinander genäht.
Die Fransen werden geknotet und auf eine einheitliche Länge gebracht.
Das Gewebe wird geputzt, indem Knoten von gerissenen Fäden wieder gelöst und im Gewebe vernäht werden.

Die Decke ist gewaschen, nun trocknet sie im Sturm. Es ist richtiges Deckenwetter. Ich möchte sie mir lieber über die Nase ziehen, statt sie draußen zu fotografieren.

 
Das Bild lässt nicht erkennen wie groß die Decke ist. Und wie schwer - im feuchten Zustand zieht sie die Leine so tief, das ich ein viertel umklappen muss, damit sie nicht auf der Erde hängt.

Kommentare:

  1. Die Decke könnte mir auch gefallen. Toll, daß Du die einzelnen Schritte vom Garn zur Decke so anschaulich dokumentiert hast. Wenn man das so sieht und liest, sieht alles ganz einfach aus und schnell ist die Decke fertig. Aber es steckt doch sehr viel Arbeit darin. Mich würde mal interessieren, wieviel Gramm Wolle du dafür verwebt hast.
    LG von Silvia

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    1. Danke fürs Lob, ich wiege mal, wenns trocken ist.

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    2. 1600g wiegt die Decke, wenn Du das als Anhaltpunkt nimmst um eine Decke zu weben, musst Du den Abfall noch drauf rechnen.

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    3. Dankeschön fürs Wiegen, da kann ich ja schon mal planen.
      LG von Silvia

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  2. Ein sehr ausführlicher und aufwändiger Beitrag, der sicher manchen Webanfänger weiterhilft und allen anderen zeigt, wie viel (Hand)Arbeit dahintersteckt.
    LG
    Silke

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    1. Danke schön.
      Eigentlich habe ich diesen Post gemacht, damit der Empfänger der Decke Mäuschen bei der Herstellung spielen kann.
      Ich finds spannend zu gucken wie etwas, das speziell für mich gemacht wurde, entsteht.

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