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Sonntag, 20. April 2014

Gummizug - ohne Gummi

Auf einer Historischen Modenschau, bei der ich in einem Ensemble aus der Crumbach Kollektion modeln durfte, trug ich einen Gürtel der mich sehr beeindruckt hat.

Na - da hätte ich den Knoten ruhig noch einmal vor dem Foto kontrollieren dürfen ... zu spät.

Was ich an diesem brettchengewebten Gürtel so faszinierend finde : er ist aus Wolle und dennoch elastisch.

Die Dehnbarkeit wurde da durch erreicht, das die Brettchen Abschnittsweise gedreht wurden, ohne das Schussfäden eingelegt werden. So lange bis die Fäden anfangen sich zu ringeln und zusammen zu ziehen. So macht der Gürtel die meisten Bewegungen mit, ohne zu kneifen, oder ohne das etwas rutscht. Raffiniert !

DAS musste ich unbedingt einmal aus probieren !
So ist aus reinem Interesse an der Technik dieser Gürtel entstanden:



Das Material ist ein einfädiges uriges Wollgarn in Naturfarben. Der Gürtel ist etwa 4,5cm breit und aus 36 Brettchen entstanden.
Man sieht, ich bin nicht die Brettechenweberin vor dem Herren, auch ist das Stück keinem Fund oder speziellen Epoche zu geordnet. Die überdrehten Stellen hätten viel länger und noch mehr gedreht sein müssen.
Aber wie das so ist - da hilft Üben.

Freitag, 4. April 2014

Stoff für ein Skapulier

Diesmal sollte ich einen Stoff für ein Skapulier weben.
Skapulier nennt man das oberste Teil einer Ordenstracht, in diesem Fall, das einer Nonne.
Link zu Wikipedia: Skapulier
Zeitlich soll es zum Hochmittelalter passen und ich bin schon neugierig auf die Bilder, wenn die Tracht erst mal fertig ist.
Da die neue Tracht, Ostern schon Premiere haben soll, werden wir wohl nicht lange warten müssen.

Der Stoff ist ein 2/2er Köper, 10Fäden je cm dicht, das Garn ist jeweils einfädig, in hell und dunkelgrau.


Der Stoff ist schön dünn und leicht geworden.
Damit man das sieht, habe ich einen Teil gerollt und eine Kaffeetasse zum Größenvergleich dazu gestellt.
Auf Maß sollte ich ihn weben, das ist nicht ganz gelungen, der Stoff ist in der Breite nicht so viel eingesprungen wie geplant. Das ärgert mich sehr. Das Schussgarn ist ein Garn das ich noch nie verarbeitet habe, es ist locker gesponnen und nicht sehr reißfest, deshalb hätte ich gewettet, das es mehr eingeht.
In der Länge ist es wie geplant von 4,30m auf 3,80m eingesprungen.

Für Nichtweber: die Stoffe laufen IMMER ein, das Erste Mal, wenn die mechanische Spannung des Webstuhls weg ist, das zweite Mal, wenn sich der Stoff im Entspannungsbad weiter zusammen zieht.
Dazu kommt das Einlaufen des Materials bei der Erstwäsche.
Deshalb sollte man neue Stoffe, egal ob Handgewebt oder Industriell Gewebtes immer vor dem verarbeiten waschen.

Nachtrag: ein Bild von dem fertigen Skapulier gibt es in meiner Galerie .