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Freitag, 4. April 2014

Stoff für ein Skapulier

Diesmal sollte ich einen Stoff für ein Skapulier weben.
Skapulier nennt man das oberste Teil einer Ordenstracht, in diesem Fall, das einer Nonne.
Link zu Wikipedia: Skapulier
Zeitlich soll es zum Hochmittelalter passen und ich bin schon neugierig auf die Bilder, wenn die Tracht erst mal fertig ist.
Da die neue Tracht, Ostern schon Premiere haben soll, werden wir wohl nicht lange warten müssen.

Der Stoff ist ein 2/2er Köper, 10Fäden je cm dicht, das Garn ist jeweils einfädig, in hell und dunkelgrau.


Der Stoff ist schön dünn und leicht geworden.
Damit man das sieht, habe ich einen Teil gerollt und eine Kaffeetasse zum Größenvergleich dazu gestellt.
Auf Maß sollte ich ihn weben, das ist nicht ganz gelungen, der Stoff ist in der Breite nicht so viel eingesprungen wie geplant. Das ärgert mich sehr. Das Schussgarn ist ein Garn das ich noch nie verarbeitet habe, es ist locker gesponnen und nicht sehr reißfest, deshalb hätte ich gewettet, das es mehr eingeht.
In der Länge ist es wie geplant von 4,30m auf 3,80m eingesprungen.

Für Nichtweber: die Stoffe laufen IMMER ein, das Erste Mal, wenn die mechanische Spannung des Webstuhls weg ist, das zweite Mal, wenn sich der Stoff im Entspannungsbad weiter zusammen zieht.
Dazu kommt das Einlaufen des Materials bei der Erstwäsche.
Deshalb sollte man neue Stoffe, egal ob Handgewebt oder Industriell Gewebtes immer vor dem verarbeiten waschen.

Nachtrag: ein Bild von dem fertigen Skapulier gibt es in meiner Galerie .

Kommentare:

  1. Ich finde es sehr spannend, dass ihr Weberinnen offensichtlich sehr genau einschätzen könnt, wie stark der Einsprung sein wird. Bisher hab ich nur maschinengewebtes Tuch verarbeitet. Da ist der Resteinsprung immer mit angegeben und bisher war der Einsprung nur ca. ein Viertel von dem, was angegeben war. Also, ein Tuch von 2m Länge mit 10% Einsprung war nach dem Waschen nicht 20 cm, sondern allenfalls 5 cm kürzer. und in der Breite hatte es so gut wie nichts verloren. Ist das Bauchgefühl, den Einsprung zu schätzen oder wie macht ihr das? LG, Morgan

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  2. Nein Morgan das täuscht. Wenn ich das genau könnte, wäre es nicht zu breit gewesen.
    Ich denke das war im Mittelalter einfacher, da kannte man seine Schafe, man wusste wie es gesponnen war, und man hatte keine techniche oder chemische Aufarbeitung.
    Man konnte auf die Erfarung von Generationen zurückgreifen und damit arbeiten.

    Heute kann ich ins Lehrbuch gucken und mir den zu berechnenden Wert raus suchen. Dann hoffe ich,das das Garn das ich mit gut Glück gefunden habe, und das sicherlich ein Restposten aus der Industrie war - etwas anderes bekomme ich meist nicht - so mitspielt wie ich mir das erhoffe.
    Denn die heutigen Handweber setzen auf Effektgarne.
    Für uns historisierten Weber produziert niemand im größeren Stiel, weil kein Markt da ist. Und die wenigen Spinner die das können, schaffen nicht genug um den Bedarf zu decken. Und auch nicht zu Preisen, die ein Textil im Endpreis bezahlbar machen, dazu ist die Arbeit zu mühsam.
    Goretex und Microfaser ersetzen heute die S/Z gesponnen Wollgarne mit Restfett. Unbehandelte naturfarbene Garne in reißfester Qualität sind einem Lottogewinn ähnlich.
    Obwohl ich sehr viel webe,und mich mit anderen Handwebern austausche, bleibt dieser Teil der Arbeit schwierig.

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