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Dienstag, 5. August 2014

Tuch und Technik in Neumünster

Das Museum Tuch und Technik in Neumünster ist ein Museum rund um Textilien.
Zu bewundern gibt es volumenöse Maschinen die Rohwolle aufarbeiten und verspinnen sowie diverse Webstühle.

Ganz besonders beeindruckt hat mich das, obwohl nur 4 Leute incl. mir, durch Museum schlenderten, wir von einer Dame zusammen gesucht wurden, um uns die Maschinen zu erklären und die Spinning Jenny vor zu führen. In den Ferien ist wohl nicht so viel los, und für so wenige Leute das Programm durch zu ziehen, fand ich toll.
Auch der Webstuhl wurde angeworfen, und man wird als kleine Handweberin ein wenig neidisch, wenn man sieht, mit welcher Geschwindigkeit das feine Tuch an einem vollautomatischen Webstuhl wächst.
Auf der oberen Etage, kann man sich Fasern unter dem Mikroskop ansehen und für Kinder gibt es im ganzen Museum, Stationen zum erkunden, ertasten, raten und ausprobieren.
Neben diesen technischen Dingen gibt es in einem lichtgeschützten Bereich, die Fragmente eines Eisenzeitlichen Prachtmantels zu sehen, Webgewichte, Spinnwirtel sowie einige Metallteile.

8-10 Spinner versorgen einen Weber, hieß es früher.
Gemeint war der Handweber mit dem Handschützen, also dem Schiffchen das von Hand geworfen wird. Und mit früher ist die Zeit vor dem Schnellschuss gemeint.
Als der Schnellschuss erfunden war, konnten die Spinner, die Weber nicht mehr schnell genug mit Garnen versorgen. So benötigte man zu den schnelleren Webstühlen, schnellere Möglichkeiten Garn zu spinnen.
Riesige Maschinen bereiten die Wolle auf. Sie wird gekämmt und über gegenläufige Walzen in feine Stränge zerteilt. Jeder Strang hat schon die Masse des zukünftigen Fadens.
Per Spinnmaschine, die im Grunde genommen immer noch nach dem Prinzip der Handspindel arbeitet, aber in vielfacher Menge synchron, (hier mit 394 Spindeln! ) werden die Fäden gesponnen.
Leider habe ich keine Fotos.
Das Unfallrisiko war groß, die Arbeit  anstrengend und eintönig, der Alltag wurde sicherlich hektischer.
Ob der Mensch gewonnen hat, weil Textilien da durch billig sind ?
Ich muss da an den Film "Moderne Zeiten" mit Carlie Caplin denken.


Wer zu weit weg wohnt, für den gibt es nette Büchlein. 
Zur Zeit gibt es eine Sonderausstellung zum Thema Pepita.
 "Das Pepita Virus"
ISBN 978-3-89946-214-2)
Ein Buch über Neumüster und die Weberei und die Dauerausstellung :
"Tuch und Technik: Leben und Weben in Neumünster"
 ISBN-10: 352906131X  ISBN-13: 978-3529061318

Neumünster war vor noch gar nicht langer Zeit eine Textile Hochburg, in der auf hohem Niveau auch ausgebildet wurde. Dies ist nun leider vorbei. Auch daran erinnert das Museum.
Die Sammlung gefällt mir sehr gut.

Ein Besuch ist zu empfehlen, besonders Freitags vormittags, weil dann eine Weberin vor Ort ist, die erklärt. Nett ist auch der Museumshop, indem es Webereien aus dem Museum , aber auch aus der befreundeten Weberei für behinderte Mitmenschen zu kaufen gibt. Natürlich auch Bücher und ausgefallene Postkarten rund ums Thema Textil und Technik.

1 Kommentar:

  1. Hab mich mal durch die Seiten des Museums geklickt. Ach, warum ist das alles immer so weit weg...

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