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Dienstag, 28. Oktober 2014

Hirtenmütze um 1150 oder Kürbismütze die 3te

Vor einiger Zeit hatte ich ja schon der Hirtenmütze einen Post gewidmet.
Mein Versuch diese Mütze zu rekonstruieren, ist nun weiter fortgeschritten, aber ich hatte noch keine Zeit, mehr darüber zu schreiben. Das soll an dieser Stelle passieren.
Für Querleser, hier geht es zum Anfang:
Die Kürbismütze oder ein Besuch im Museum lohnt immer
Mein erneuter Versuch, besteht aussen aus Wollstoff (gekaufte Meterware) und innen aus Leinen. Gepolstert ist sie, mit kardierter Rohwolle. Unkardierte Wolle, befand ich für nicht locker genug und zu klumpig. Die Mütze ist locker gefüllt, nicht etwa hart gestopft wie eine Polsterjacke (Gambeson).
Alle Nähte sind von Hand ausgeführt, und vom Zeitaufwand her, waren die Näharbeiten umfangreicher, als das nähen einer schlichten Tunika. Etwa 16 Stunden reine Näharbeit, die Zeit zu zuschneiden, und Wolle kämmen nicht mit gerechnet.

Gustorfer Chorschranken im Bonner LVR
Am Kopf sieht die Mütze fast wie ein Helm aus, und die Mütze hat so viel Stand das man schon fast von einem Hut oder zumindest einer Kappe reden mag.


Stelle ich mir nun diese Mütze, aus einem dicht gewebten Köperstoff aus S/Z gesponnenem Garnen, leicht aufgeraut, dem das Restfett des Schafs belassen wurde, habe ich in Gedanken eine Allwettermütze.
Die S/Z Spinnung, sorgt für die hohe Dichtigkeit des Stoffs, ebenso die natürliche Fettschicht am Haar, die schon dafür sorgte, das das Schaf dem sie gewachsen sind, nicht dem Wetter schutzlos ausgeliefert war. Das Aufrauen des Stoffes bewirkt, das nicht gleich jeder Tropfen, der auf das Gewebe klatscht, ein einsickert, sondern die Meisten, oben auf den Härchen stehen bleiben und ab perlen können. Durch die Wattierung liegt der Oberstoff nicht gleich auf dem Futterstoff, und der Futterstoff sollte trocken bleiben.
Der Futterstoff wurde aus Leinen gewählt, um zu isolieren, damit der Schäfersmann, keinen Hitzeschlag bekommt, wenn nach dem Regenguss die Sonne wieder scheint.

Ob das nun alles so war, das weiß ich nicht.

1 Kommentar:

  1. Wegen dieser Mütze möchte ich schon gern ein Schäfer sein!! Ich finde, jetzt kommt sie der Abb. sehr nahe. Du hast aber auch an alles gedacht: Spinnrichtung, Fütterung und Futterstoff - klasse! Wer wird dir jetzt die Mütze testen?

    Liebe Grüsse aus dem winterlich vereisten Island
    Iðunn

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