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Sonntag, 28. Dezember 2014

gedrehte Fransen


Ich habe mal etwas Neues aus probiert.
Wirklich neu ist in der Weberei eigentlich nichts, auch nicht die gedrehten Fransen, aber gemacht habe ich es noch nie. (Man nennt sie auch Webernudeln.)
Vor Jahren zeigte mir eine erfahrene Textilputzerin in Tuch und Technik Neumünster wie sie es gelernt hat.

Ich habe das hier nachgemacht, und zwar auf dem Webstuhl bei gespannter Kette. Das Garn ist ein weiches Wollgarn.
(Nicht wundern, neulich habe ich mit Nussschalen gefärbt und vergessen Handschuhe zu tragen, weshalb Finger und Fingernägel eine leichte Patina tragen.)

Schritt 1, man zählt die Fäden ab, die man zu einer Nudel drehen möchte und zwar beide Portionen.
Schritt 2, man dreht die Fäden zwischen den Fingern, so weit es geht. Die Dame in Neumünster hatte dazu ein Töpfchen Vaseline am Arbeitsplatz stehen, so etwas habe ich mir nach dem dritten Zöpfchen auch geholt, denn es ist eine unglaubliche Hilfe und schont die Fingerspitzen.
 Schritt 3, nun werden die beiden Stränge in die Gegenrichtung gedreht, damit die Fäden nicht direkt wieder in die alte Position zurück springen, wird ein Hilfsfaden durch die Mitte gezogen. Ideal ist ein Faden der garantiert nicht einläuft oder filzt, damit man ihn später wieder herausziehen kann.
So sieht es dann aus, wenn man mit der ganzen Reihe durch ist:

Schritt 4, ab in die Wäsche damit und darauf setzen, das die Fäden beim waschen ein wenig zusammen filzen.

Nach dem waschen und trockenen vorsichtig auseinander schneiden und hoffen das es hält:
und tatsächlich es bleibt in Form, das Gefummel hat gelohnt. Merkwürdig finde ich das es nicht mehr gefilzt hat, obwohl das Garn beim verweben so geklebt hat.





Entstanden sind kleine Decken, von denen zwei schon vergeben sind. Die Kundin nutzt sie als Kniedecke beim sitzen an PC und TV. Die Bindung ist bei allen Stücken ein 2/1er Köper.
Schussgarne zum Teil handgesponnen und mit Ostereierfarben handgefärbt, eine Partie ist vor dem spinnen mit Farbverlauf von grün nach blau gefärbt und mit einem Glanzfarben verzwirnt. So entstand eine Decke, die mich an den Regenbogenfisch mit der Glitzerschuppe erinnert.

Hier wurde ein Garn aus den Anfängen meiner Spinnerei verwoben, das Dicke Garn ist unregelmäßig Urig und von Hand gefärbt.
Decke mit wechselnden Streifendekor aus weichen Wollgarnen, die Garne sind meist pflanzengefärbt

Schlichte Decke mit Streifendekor aus weichen Wollgarnen Garnen, die Rosa Töne sind pflanzengefärbt

 einen Rest gibt es noch, an einer Kante gefranst, Kette und Schuss im ausgewogenen Verhältnis und mehr Stoff als Decke, sicherlich geeignet um eine nette Tasche da raus zu nähen. Alle Garne pflanzengefärbt.
Nachtrag - wegen häufiger Anfrage, weitere Decken gibt es hier :
http://de.dawanda.com/product/102798775-mini-wolldecke-spaetmittelalter-2
http://de.dawanda.com/product/102798679-mini-wolldecke-spaetmittelalter-1
http://de.dawanda.com/product/102798379-mini-wolldecke-pastell
http://de.dawanda.com/product/97616331-mini-wolldecke-nachtblau
http://de.dawanda.com/product/90609007-mini-wolldecke-alamanne

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