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Donnerstag, 31. Dezember 2015

Dreilagen Kamm mit Futteral

Erhaltene Kämme aus dem Mittelalter gibt es ungemein viele, für alle Epochen, Regionen und Stände. Aus Knochen, Horn, Holz und Elfenbein.
Aus Schleswig, Fundstelle Schild, den Siedlungschichten des 11 - 14ten Jahrhunderts (Vergleichsfunde Plessenstr 11 - 12Jh), stammt meine Vorlage, ein kleiner Knochenkamm, ein gehobenes Stück mit Goldverzierung. Buch, Tafel 29 Nr 1.


Der Fundkomplex ist enorm groß, es gibt eine Vielzahl von Kämmen und Futteralen, so das es eigentlich ganz einfach war, einen Entwurf für ein Futteral aus dem Ärmel zu schütteln. Ob das Original wirklich so ausgesehen hat, weiß ich leider nicht.
Als Material wird Knochen und Goldfolie angegeben. Die Nieten sind aus Buntmetall.
Die Zähne sind am Original zum Teil vergangen, das Stück ist gut erhalten.
Es finde sich mehrere Modelle mit ähnlichem Dekor in diesem Fundkomplex.

Entwurf und Umsetzung

Begonnen habe ich, mit einem Entwurf am PC. Da lässt sich gut spinnen, denn in der Umsetzung, war kein Platz für die Durchbrucharbeiten am mittleren Element.
Das Material sind Plättchen aus Rinderknochen die ich fertig gekauft habe. Sehr dünnes Messingblech, als Ersatz für die Goldfolie und Messingstifte zum vernieten.
Die Arbeiten sind ohne elektrische Hilfsmittel von Hand ausgeführt.

So steht am Beginn der Umsetzung, immer stundenlanges Sägen. Gefolgt von feilen um die einzelnen Stücke in Form zu bringen.

Die Durchbrucharbeiten, wurden zuerst mit einigen Bohrungen begonnen und dann mit zierlichen Feilen in Form gebracht. Auch dies wird man damals so gemacht haben, wie ein Vergleichsfund im Buch zeigt.(Tafel 72 Nr 3)
Das Dekor besteht aus Kreisaugen und Sägeschnitten.

Beim morgentlichen frisieren ?


Der Kamm ist knapp 12cm lang. Das Futteral 19cm. Zusammen mit dem Kamm wiegt es 150g. Ich denke, das Original war leichter und etwas zierlicher. Die seitlichen Bäckchen sollten etwas näher an den Kamm heran gehen. Würden sie das tun, könnte der Kamm mit einem Stift gesichert, nicht herausfallen. Wie diese Sicherung ausgesehen hat, ob sie ebenfalls aus Knochen war, weiß ich nicht. Ich kenne keinen Fund. Möglich wäre auch ein Metallstift ? Mein Knochen Stift ist mir nach stundenlangen feilen und anpassen, abgebrochen. Aus Frust habe ich einen Metallstift einesetzt, mit dem festen Vorsatz, das ganze Schlüsselchen zu ersetzen, wenn ich weiß, was üblicherweise verwendet wurde.

Der Kamm soll später zu dem Hildesheimer Kästchen passen. Das Kästchen war farbig gestaltet, weshalb ich den Kamm evtl später zusammen mit dem Kästchen ebenfalls farbig verzieren möchte.
Vorgesehen habe ich, das Schlüsselchen mittels Seidenbändchen mit dem Futteral zu verbinden. Auch das muss warten, denn die empfindliche Seide werde ich erst nach dem einfärben und polieren anbringen.

Post 1 : http://zeitensprung.blogspot.de/2015/05/mein-neues-langzeitprojekt-ein-neues.html
Post 2 : http://zeitensprung.blogspot.de/2015/11/kammfutteral.html

Der Fundkomplex wird zum großen Teil in Schloss Gottorf / Schleswig ausgestellt. Das von mir ausgesuchte Stück wird nicht gezeigt, jedoch eine wunderbar große Auswahl an Fundstücken. Für mich die schönste Sammlung von mittelalterlichen Gebrauchsgegenständen und einen Tagesbesuch wert.
http://www.schloss-gottorf.de/ 

Quelle:
Ausgrabungen in Schleswig, Berichte u. Studien 3
Die Verarbeitung von Knochen, Geweih und Horn im mittelalterlichen Schleswig
Von Inge Ulbricht
ISBN 3 5290 1453 2

Montag, 21. Dezember 2015

Beinwickel - ein Experiment

Beim weben am Gewichtswebstuhl ist eine Borte als technische Kante hilfreich.
Diese Borte kann Brettchengewebt, oder Ripsgewebt sein, und jeder Schussfaden  im Band ist zugleich Kettfaden im späteren Tuch. Später wird dieses Band samt Kette oben am Gewichtswebstuhl angebracht. Am fertigen Gewebe hat man später schon 3 versäuberte Webkanten, statt wie beim Flachwebstuhl nur 2 versäuberte Kanten und zwei Schnittkanten.
Bei den sogenannten Prachtmänteln, wird die 4te Kante ebenfalls mit einer Borte versäubert, 2 seitliche Borten sind Zierde.

Der Gedanke, das am Beginn eines Beinwickels eine Borte gewesen sein könnte, hat mich zu einem Experiment bewegt, bei dem ich die technische Anfangsborte verlängert habe, so das die Bindebänder schon fest am Gewebe dran sind.





So weit meine Theorie.

Die Umsetzung:

Da ich keinen Gewichtswebstuhl besitze, habe ich zuerst die Beinwickel gewebt, und die Borte nachträglich angewebt.
Das Garn ist ein naturfarbenes einfädiges Industriegarn aus recht groben Schafshaaren, das zur Stabilität nachgesponnen ist. Das Garn hat eine S Spinnung
Das Schussgarn für das Hauptgewebe ist in Z Richtung handgesponnen.
Die Bindung ist Fischgrat, die Farbtöne sind mit Absicht dunkel ohne starken Kontrast gewählt und sollen später zur Ausstattung des einfachen Slawen passen.
zum einfachen Slawen bitte runter scrollen

Ein Blick auf das Gewebe in (unterschiedlicher) Vergrößerung :




Hier ein fertiger Wickel mit Borte, die Kettfäden der Borte sind an jedem Ende durch 2 geflochtene Zöpfchen gesichert.




























Hier die Wickel an meinem Modell vor Ort, das Bild ist improvisiert, Schuhe und Socken passen zeitlich nicht.

Nun müssen sich die Wickel samt Bänder beim zukünftigen Besitzer bewähren, um im Langzeittest zu sehen, ob es eine gute Idee war, das technische Band zu verlängern.

Denkbar ist - da Wadenwickel über einen langen Zeitraum, von vieles verschiedenen Volksgruppen getragen wurden - das es Modeströmungen und recht unterschiedliche Varianten gab, sie zu tragen. In manchen Gräbern finden sich kleine Metallhäkchen, die möglicherweise solche Wickelbänder verschlossen haben, in anderen fehlen sie im Fundgut.

Montag, 14. Dezember 2015

Anleitung zur Schnittmuster Erstellung einer Hose nach Art der Damendorfhose

Immer wieder werde ich nach dem Schnitt der Damendorfhose gefragt, darum versuche ich mich an einer Anleitung. Vorneweg - der Weg zum Schnittmuster ist steinig. Jeder Körper ist anders, das Schnittmuster an sich, hat seine Tücken in Form der Dreiecke.
Ich bin keine Schneiderin, keine Fachfrau, keine Expertin, sondern Laie. Wenn Ihr Fehler findet bitte ich um Nachricht, damit sie nicht unnötig verbreitet, sondern berichtigt werden.

Zu Beginn wird der zukünftige Träger der Hose sorgfältig vermessen.

Und zwar:
(Nummerierung siehe Bild weiter unten)
  • 1 + 10 Hüftumfang
  •  2 Strecke unterhalb vom Po bis über den Po, etwa bis zur Höhe des Bauchnabel
  • 5 Mitte Oberschenkel
  • 6 Knie an der stärksten Stelle
  • 7 Fuß an der dicksten Stelle/ von der Ferse diagonal zum bis vorn über den Fuß = untere Weite des Hosenbeins
  • 4 Schritt bis Fußsohle
  • 8 Hüfte bis Fußsohle
  • *Fußsohle bis Knie
  • *Fußsohle bis Mitte Oberschenkel
  • *Ab Po bis halbe Brust, ab dem Punkt vom Vorposten
Die Maße mit Sternchen werden benötigt um im Schnittmuster die Messpunkte an der richtigen Postion zu haben.
Hilfreich ist es, sich eine Zeichnung vom Körper zu machen und die Maße darauf zu notieren.

Hier die Schnitteile der Original Hose, wegen Bildrechte nachgezeichnet :

Nun gehts los. Ihr braucht eine Art Schnittmusterpapier -  Packpapier oder Renovierfolie geht wunderbar.
Eine Holzleiste mit einem Papiermaßband aus dem Möbelhaus oder Baumarkt beklebt, ergibt ein wunderbares Riesenlineal.

Den Hüftumfang durch 3 teilen und aufrunden, eine Bequemlichkeitszugabe dazu, und ihr habt das Maß 1 und 10.

Beginnen wir mit dem Bein.
Anders als bei heutigen Hosen besteht das Bein nicht aus 2 Schnitteilen sondern nur einem, das das ganze Bein umschließt.
Auf dem zukünftigen Schnittmuster wird das Maß 1 eingezeichnet, dann das Maß 8. Die anderen Maße ein zeichnen.
Ein Maß fehlt, da habe ich getrickst, die Kurve für den Schritt habe ich frei Schnauze gezeichnet, anders wusste ich mir nicht zu helfen.
Für die Innenlinie nun die Maße verbinden, indem man ein langes Lineal anlegt und die Punkte verbindet.

Für den grünen Teil, bitte bedenken, die Hose ist höher geschnitten als heutige Hosen, vorn reicht die Hose ohne Rollbund etwa bis zum Bauchnabel.
Auf dem Papier erst einmal ein Rechteck nach Eurem Maß zeichnen, später an der Linie unterhalb von Po etwas einrunden.
Am Schnittmuster rundeherum an allen Teile 2cm Nahtzugabe zeichnen. Und das Schnittmuster aus schneiden.

Das Dreieck kommt später.

Ganz wichtig, zuerst eine Probehose fertigen. Als Stoff eine alte Bettwäsche o.Ä. verarbeiten, mindestens ein erstes Modell, landet in der Lumpenkiste.
- Das Schnittmuster auf den Stoff legen und ohne Zugabe ausschneiden. Die Zugabe haben wir ja schon eingeplant.
- Wir verbinden als erstes die kurvige Naht am Schritt, beide Teile auf einander legen. Am besten auf der Nähmaschine per großen Zickzack Stich nähen. Das ist elastisch, und kommt der späterer Torsberg Naht am Ähnlichsten.
- Nun das Po Viereck ein nähen.
- die Beine zusammen stecken, dabei am Fuß beginnen und sich hoch arbeiten. Etwa eine Handlänge unterhalb vom Po (es kann auch mehr sein) Beginnt das Dreieck, da wo man das Gefühl hat, hier fehlt was. Ab hier offen lassen.
Probehose aus ungeliebten Stoff


- Nun beginnen wir mit dem Dreieck.

Das müssen wir nun aus messen.
Nun ist ein Hilfsfaden eine große Erleichterung. ( Geometrie : wer kann aus dem Stehgreif heraus ein Dreieck zeichnen ? ) Der Faden kann ein Stück Wollfaden sein, oder eine Schnur, und braucht man 4 Stecknadeln.
Der Hilfsfaden wir an einem Punkt des Dreiecks an der Hose festgesteckt, genau in der Spitze. Nun den Faden bis zur nächsten Spitze führen, in der Spitze eine weitere Nadel fest stecken, bis zur 3ten Ecke und wieder zum Anfang. Dann Schnittmusterpapier oder Folie auf einen Untergrund stecken (Pinnwand, dicker Teppich o.Ä.) und das Dreieck mit Hilfe des Hilfsfadens und der Markierungen mit den Nadeln, darauf fest stecken.

Nachzeichnen und wieder an allen Seiten, 2 cm Nahtzugabe. Die Spitzen von Seiten 12/13 und 13/11 nicht auslaufen lassen.


Ausprobieren ob es in die Hose passt. Tut es ? Super !
- das Dreieck aus Stoff zu schneiden, einnähen.
- der Bund besteht aus der Summe der Maße 2 x Nr 1+ Nr 10 plus Nahtzugabe, die Höhe nach Bequemlichkeit, lieber erst mal zu viel als zu wenig einplanen. Denn später wird ein Gürtel mit dem Bund gerollt, das sieht dann ähnlich aus wie bei Obelix.

Nun wird es spannend ! Das erste Probetragen. Wenn die Hose passt, unbedingt hin setzen und auch in die Hocke gehen. Nichts gerissen ? Fein, dann kann man mit der guten Hose beginnen.
Passt nicht ? Nicht traurig sein, sie passt selten auf Anhieb. Meist muss man es mehrmals versuchen, bis alles richtig ist.

Die Anleitung zum nähen habe ich vor einiger Zeit schon einmal gepostet:
http://zeitensprung.blogspot.de/2015/04/hose-nach-dem-fund-vom-damendorf-moor.html

Quellen:
das Original in Schloss Gottorf  http://www.schloss-gottorf.de/ 


Karl Schlabow: Textilfunde aus der Eisenzeit in Norddeutschland 



Farke, H.: Ein zweitausendjähriges Bekleidungsstück nach der Präsentation in der Ausstellung. 
In: Textilmuseum Neumünster (Hrsg.): Archäologische Textilfunde - Archaeological Textiles. 
NESAT V. Neumünster 1994, S. 69-82.

Foto : http://www.fotosmax.lu/de-fotograf/

Dienstag, 8. Dezember 2015

Webabfall - färben mit Lebensmittelfarben

Webabfall

Was so nach Müll klingt, muss keiner sein.
Wolle ist in meinen Augen ein wertvoller Rohstoff, der vom Tier gewonnen wird. Die Reste in den Müll zu werfen, fände ich nicht nur verschwenderisch, sondern auch respektlos.

Beim weben fallen immer Reste an. Der Teil der Kette der anfangs am Webstuhl angebunden wird, und der Teil der Kette ,wo die Schäfte sind, die einen technisch bedingten Spielraum brauchen.
Schöne pflanzengefärbte Garnreste kann man oft wunderbar zum nähen und sticken verwenden, aus kurzen Stücken Troddeln binden, ganz kurze Stück, egal welcher Art kommen als Füllung in Kissen so lange sie aus reiner Wolle sind.

In den letzten Wochen habe ich sehr viele dicke naturfarbene Garne in langen Ketten verarbeitet, und es ist dementsprechend Restgarn vorhanden, teils lange Restgarne.
Beim abendlichen Fernsehen habe ich nebenher die Stücke aneinander geknotet, und so sind ein paar Pantoffeln, ein gehäkeltes Körbchen und ein Pullunder entstanden.
Bei den Pantoffeln sind die Knoten innen und sie stören erstaunlich wenig. Bei Körbchen und Pullunder  sind die Knoten mit Absicht nach aussen gesetzt, quasi als Effektgarn.

Oberteil nach der Vorwäsche, Rest ungewaschen mit Restfett


















Sicherlich könnte man auch mit den Webresten filzen, entweder so wie sie sind, zusammen mit Filzwolle, oder auch indem man sie durch den Kardierer jagt. Das müssen jedoch Andere testen, filzen ist überhaupt nicht mein Ding, ich hasse klamme Unterarme.








Wolle mit Lebensmittelfarbe dauerhaft färben


Natur war mir etwas zu langweilig.
Wie bekommt man Wolle schnell und preiswert farbig ?

Mit Lebensmittelfarben !

Im Asia Laden gibt es Lebensmittelfarbe in kleinen Töpfchen. Sie kosten  etwas um 1€ rum, und es gibt sie in Wackelpuddinggrün, Gelb, Orange und Rot.
Mein erster Versuch war mit Orange und ergab ein leuchtendes Bauarbeiterorange. Eine wirklich heftige Farbe. Nicht so ganz mein Ding.
So wurde das Stück in Rot überfärbt. Damit die Farbe nicht wieder so Signalfarben ausfällt, habe ich die Flotte mit je einem Blättchen Ostereierfarbe Blau und Grün abgetönt, um ein erdigen Unterton ein zu mischen.
Gefärbt wurde in Einkochautomaten , etwa halb voll Wasser, zu der Flotte habe ich nach Gefühl, Essig Essenz gegeben, das Färbegut kalt eingeweicht und in die kalte Flotte gegeben, dann hochgeheizt bis es kocht*, kurz köcheln lassen, dann den Topf aus geschaltet. Das Färbegut zusammen mit der Flotte abkühlen lassen. Ab und zu das Färbegut bewegen. Danach wurde das Oberteil in der Waschmaschine per Wollprogramm ganz normal mit Wollpflege gewaschen - fertig.
(Niemals Garne in der Maschine waschen ! )
Eine Vorbeize ist nicht nötig. Das ist Ideal für Schnellentschlossene.Weil ich den Woll/Essig Duft nicht mag, mache ich das draußen.
Färben lässt sich so Wolle vom Schaf, vermutlich auch andere tierische Fasern.
Nicht färben lassen sich Kunstfasern und pflanzeliche Fasern.

 * Wolle kann man kochen, ohne das sie einläuft, indem man sie zusammen mit der Flotte (oder auch Waschwasser) erhitzt. Setzt man Wolle Temperaturschocks aus, läuft sie ein.

mein Lieblingsstück der Saison



























Die Fadenenden sind durchs färben und waschen verfilzt. Das Gestick ist es nicht. Das sieht witzig aus.
Das Tuch das im Bild auf dem Oberteil liegt, ist mit Krappwurzeln (für den Alltag mir eigentlich zu teuer und aufwendig) gefärbte Seide, die Beiden passen gut zueinander.

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Raufen oder Scheren ?

Im mittelalterliche Outfit unterwegs, höre ich immer wieder von der Generation die den WK2 erleben musste, wie hässlich ihre Wollkleidung gekratzt und gejuckt hat. Wolle sei scheußlich, man habe sie gehasst. An dieser Stelle kommen blumige Beschreibungen von langen handgetrickten Strümpfen und Leibchen.

Heutige Wolle egal ob Strickgarne oder Wolltuch, ist meist aufwendig aufgearbeitet, behandelt, und, oder hat Beimischungen, damit sie das nicht mehr tun.
Auch schon im Mittelalter hat mich sich geholfen. Die Schafe wurden mit unter, nicht geschoren sondern ausgerauft. Man nutze den natürlichen Fellwechsel im Frühjahr, wenn das Tier das Winterhaar abwirft aus, und raufte das Fell aus. Die Grannenhaare, die bei einer Schur im Fleece landen, verbleiben am Körper des Schafs. Grannenhaar ist dicker und härter, als die anderen Haare, sie sind es die piksen und jucken.

In einem sehr schönen Video über die Lendbren Tunika, sieht man ab Minute 4, wie ein Schaf gerauft wird. Ab Minute 4,55 sieht man das Schaf mit den Grannenhaaren.
https://www.youtube.com/watch?v=15IxF53AZfE&feature=youtu.be


Belege aus dem Mittelalter, gibt es sowohl für die Schur, als auch für das raufen. Die Verarbeitung von Textilien, und alles was damit zu tun hat, wie  die Vorarbeiten, oder die Endveredlung, war vielfältig.
Auf der Wurt Hessens/Nordeutschland lässt sich für den Zeitraum um 800 eine Anlage zum raufen von Schafen nachweisen.



Zur Vertiefung Literatur :
Die Ausgrabungen auf der frühmittelalterlichen Wurt Hessens in Wilhelmshaven
Autoren/Herausgeber: Anette Siegmüller

ISBN/EAN: 9783867573313

Mehr Infos zur Lendbren Tunika hat Marled auf ihrem Blog Archäotechnik zusammen gestellt :
http://textileflaeche.blogspot.de/2014/12/die-tunika-von-lendbreen.html
http://textileflaeche.blogspot.de/2014/12/nachste-uberlegungen-zu-lendbreentunika.html
http://textileflaeche.blogspot.de/2015/01/lendbreentunika-3-die-ersten-zentimeter.html

Montag, 23. November 2015

Stoffkatze aus Danzig, ein erster Versuch

In den 50ger Jahren des 20ten Jahrhunderts wurde in Polen eine kleine Stoffkatze gefunden.
Sie wird im Archäologischen Museum in Danzig ausgestellt.
http://www.archeologia.pl/
Laut meiner Literatur ist sie auf das 11 - 13 Jahrhundert datiert.
Das Textil aus dem die Katze besteht, ist heute eine filzige Masse. Wie sie hergestellt wurde lässt sich nicht genau sagen. Ob das Objekt damals schon gefilzt war, weiß man nicht, das Stück könnte auch durch Druck und Reibung im Boden verfilzt sein.
Es hat eine Länge von 18cm und wird als Kinderspielzeug bezeichnet.

Das was heute erhalten ist, ist recht unansehnlich. Es fehlt ein Stück Schwanz, die Ohren sind gar nicht mehr vorhanden, aber die Proportionen erscheinen erstaunlich naturgetreu.
Vielleicht ist das Stück aus Stoffresten gemacht ?

Mein Versuch zur Umsetzung:

Um ein Gefühl für die Größe und Proportionen zu bekommen, habe ich mit Skizzen begonnen.
Eine Erste vom Objekt so wie es heute aussieht. Eine zweite, so wie es ausgesehen haben könnte.



Für meinen ersten Versuch habe ich gewalkte Stoffreste aus Wollstoff verwendet. Walussbraun ist nicht die passendste Farbe für eine Katze, aber nun ja, das war nun mal da.
Bis auf den Kopf, habe ich alle Schnittteile aus Rechtecken genäht, und mich dabei an der Schnitttechnik von Kleidung der Zeit orientiert, die Stoffsparend aus Rechtecken und Dreiecken bestand.
Mein Stoffstück war etwa 15 x 25cm groß, und es sind einige Schnipsel übrig geblieben. Genäht habe ich der Stabilität wegen, mit gewachsten Leinengarn. Gefüllt habe ich das Tierchen mit Garnschnipseln (Webreste).
Was die Gestaltung des Gesichts angeht, vermute ich, das ich den Zeitgeist des Mittelalters ohne Vorlage nicht einfangen konnte. Das Stickgarn ist pflanzengefärbtes Wollgarn und gewachstes Leinen für die Schnurrhaare.
Arbeitszeit etwa 3 Stunden.


Der Körper wäre auch ein prima Dackel geworden ...

ein weiteres Stück für meine Sammlung von Rekos mittelalterlicher Spielzeuge.

Literatur:
Manfred Gläser, " Lübecker Kolloquium zur Stadtarchäologie im Hanseraum VIII - Kindheit und Jugend, Ausbildung und Freizeit"
Verlag: Schmidt-Römhild
ISBN-10: 3795052106 
ISBN-13: 978-3795052102

Vielen Dank und herzliche Grüße an das Archäologische Museum in Danzig. Thanks and best regards to the Archaeological Museum in Gdansk

Donnerstag, 19. November 2015

aus meinem Buchbestand

Weil ich in letzter Zeit so oft gefragt wurde - mal eine Auswahl aus meinem Buchbestand zum Thema weben :


da ich ja übers Garn spinnen und der Frage "was mache ich mit all den schwangeren Regenwürmern ?" zum weben gekommen bin, war das Buch von  Paula Simmons meine erste Wahl.
Es enthält Materialkunde, Anleitungen zum Spinnen und weben, viele nützliche Kniffe, auch Baupläne für ein Spinnrad, einen Webstuhl und andere Anleitungen von nützlichen Arbeitsgerät, zum selber machen.

Dann liegt da ganz links die Weber Bibel im Bild, "Handbuch weben" von Erika Arndt. Ein tolles Buch, hat man es, braucht man theoretisch kein Anderes. Es bietet einen kleinen Überblick über die Geschichte der Weberei, alles was man zum weben erlernen braucht, und einen Teil zum praktischen Arbeiten incl. Webpatronen.

Wer gerne mit Mustern spielt und gerne viele verschiedene Muster weben mag, dem möchte ich das "the Handweaver Pattern Directory" ans Herz legen. Das Buch ist in Englisch, eigentlich käme es aber ganz ohne Text aus, denn die Bilder sind selbsterklärend und sehr anschaulich.
Auf großen Bildern sieht man Gewebe von der Vor und Rückseite, da neben die Patrone, samt Trittfolge und Anbindeplan.

Ich habe manchmal ein Brett vor dem Kopf. Es gibt ein Problemchen und in Buch A verstehe ich gerade die Anleitung nicht. In dem Fall ist es toll, noch Buch B zu haben, in dem ein anderer Mensch ein ganz klein wenig anders heran geht, oder es mit anderen Worten erklärt.
"Das große Webbuch" von Laila Lundell.
Ebenfalls ein solides Buch nach dem man gut arbeiten kann, eine schöne Ergänzung zu den anderen Büchern.

Hmm - dann füllen etlich andere Bücher zum Thema weben mein Regal ... aber das ist eigentlich Luxus.
Ein anderes Buch, das ich auch gerne noch zeigen mag, ist dieses:
Es wird ständig neu aufgelegt und dabei immer wieder aktualisiert, es lohnt also durch aus, es mehr als einmal zu haben. (auf dem Trödelmarkt zu schlagen) Hier geht es um Materialkunde, aber auch um Herstellungsprozesse. Ein Füllhorn an Wissen für Kleidermotten.

Von links nach rechts:

Erika Arndt "Handbuch Weben"

  • Verlag: Haupt
  • ISBN-10: 325860102X
  • ISBN-13: 978-3258601021

 Paula Simmons "Spinnen und Weben mit Wolle" 

  • Verlag: Ravensburger Buchverlag
  • ISBN-10: 3473423270
  • ISBN-13: 978-3473423279 
das Buch ist nur antiquarisch erhältlich, mein Tipp - die Fernleihe einer Bücherrei nutzen, so kann man für kleines Geld, Bücher lesen, die man nur erschwert und teuer kaufen kann.

Anne Dixon "The Handweaver's Pattern Directory"

  • Verlag: Rizzoli (1900)
  • ASIN: B00ZVOXFOI
Spiralbuch

Laila Lundell und Tomas Lundell "Das große Webbuch"

  • Verlag: Paul Haupt
  • ISBN-10: 3258027471
  • ISBN-13: 978-3258027470

Ursula Völker, Katrin Brückner "Von der Faser zum Stoff" : Textile Werkstoff- und Warenkunde

  • Verlag: Verlag Handwerk und Technik; Auflage: 33., komplett überarb. A. (2006)
  • ISBN-10: 3582051129
  • ISBN-13: 978-3582051127


Sonntag, 1. November 2015

Kammfutteral

Hier hatte ich am Rande mein Kamm Projekt vorgestellt:
http://zeitensprung.blogspot.de/2015/05/mein-neues-langzeitprojekt-ein-neues.html
Es ist mein erster Versuch einen Kamm zu machen, vielleicht auch mein Letzter, denn ich habe beim Versuch die Zinken zu glätten, schon 3 Zähne abgebrochen.

Meine Kollegin Monica die die Beinschnitzerei zum Beruf gemacht hat, meinte gleich, das ein Futteral zum Kamm gehört. Man erkenne das an der Bohrung neben den Zinken.
Nachdem nunmal Zähne fehlen*, und ich mich nicht traue die Nieten wieder raus zu bohren und neue Plättchen ein zu setzen, habe ich die Idee des Futterals auf gegriffen.
Der Kamm wurde ohne Futteral gefunden. In Schleswig, wo das Original her kommt, wurden viele Kämme, aber auch Kammfutterale geborgen. Nach dem sichten des Fundkatalogs, habe ich einen Entwurf gefertigt.


Bei dem zuschneiden der Knochenplättchen, kommt mir das Futteral ungemein groß vor. Aus dem zierlichen Kamm wird plötzlich ein stattliches Stück.
Wieder muss ich am Omas Frisierkommode denken, auf dem Parfumzerstäuber und eine dazu passende Bürste als dekoratives Set gehörten. Wieder frage ich mich, inwieweit ein Set zur persönlichen Ausstattung der wohlhabenden Dame gehörte.
Eins ist jedoch klar, am Gürtel gebammelt hat dieser Kamm nicht, zu schwer, zu groß und auch unnötig, denn die Haare waren gebändigt und verhüllt wenn man das Haus verließ.


 Als erster Schritt zur Umsetzung sind die Beinplättchen zurecht gesägt. Wieder komplett von Hand, aber mit dem Luxus eines Schraubstocks.
Der nächste Arbeitsschritt ist das in Form bringen der einzelnen Elemente. Danach sind die Verzierungen, die Ziersägeschnitte, Durchbrucharbeiten und das setzen der Kreisaugen dran.

Viel Arbeit noch - der Winter kann also kommen.



*fehlende Zähne:
im Fundkatalog aus Schleswig, wird ein Kamm gezeigt, der nur noch ein Viertel seiner Zinken hat, die Anderen sind scheinbar sauber abgesägt, ganz so, als habe man sich beholfen um das Stück weiter nutzen zu können. Tafel 71 No 4

Literatur :
Ausgrabungen in Schleswig, Berichte u. Studien 3
Die Verarbeitung von Knochen, Geweih und Horn im mittelalterlichen Schleswig
Von Inge Ulbricht

Fortsetzung folgt

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Tagesdecke Regenbogen

Diesmal im Kundenauftrag etwas Unhistorisches, eine große Decke in Regenbogenfarben.
Das Material besteht aus den bewährten Biogarnen vom Finkhof 100% Wolle. Die Kette ist das dünne Naturgarn, der Schuss das Dicke Chemisch Gefärbte. Die Bindung ist ein 2/1er Zick-Zack-Köper. Die Schusslastige Seite ist die Schauseite. Die Decke wird aus 2 Bahnen zusammen gesetzt, um die nötige Größe zu erhalten.

Entwurf

Garn für die erste Bahn
Die 2 Bahnen werden erst mit einem Heftstich von Hand zusammen genäht, und anschießend mit Überwendlichstichen mit einer dicken, dekorativen, raupenartigen Naht vernäht. Wieder von Hand, weil ich es einfach so gewohnt bin, aber auch um mit den Garnen der Decke arbeiten zu können.

Man erkennt im roten Teil gut, das die Naht noch nicht fertig ist.
Ein Einzelbett wird die Decke schön abdecken. 


Die Wäscheleine ist für diese Decke nicht groß genug.

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Beuteltasche nach Altenberg

Leute die meine Leidenschaft teilen kennen es vermutlich - manchmal muss man etwas machen, was man nicht braucht, denn es schreit danach gemacht zu werden.
Eins von dieser langen Liste ist der Beutel aus dem Altenberg Fundkomplex, einer Bergbausiedlung aus dem 13ten Jahrhundert.

Das erhaltene Stück ist aus einem gelb/braunen Stoff, die Überwurf Lasche fehlt, sie scheint aber damals vorhanden gewesen zu sein. Heute ist ein Stück Leder sichtbar, aber es gibt Hinweise, das dieses Leder, ursprünglich Pelz gewesen ist.
Vielleicht war diese Tasche eine kleine Tasche für Nascherein, oder Medizin ? Man weiß es nicht. Schwere Dinge hat man darin jedenfalls nicht getragen.
Laut Publikation wurde die Tasche mit der Pelzseite nach außen getragen, der Gürtel durch die Tasche durch geschlungen. Meine Vermutung ist, das man dazu einen zweiten Gürtel trug, an dem die Tasche locker hängen konnte, so das man bequem hinein greifen kann, wenn man die Lasche nach aussen klappt. Zum verschießen klappt man die Lasche nach innen. Die Tasche sollte so mit einer Hand zu bedienen sein. Ob das so gewesen ist, weiß man ebenfalls nicht.

Da ich ein kleines Stück vom Altenbergstoff zurück behalten habe, habe ich ihn genutzt diese Tasche zu nähen, zusammen mit einem halben Marder, der von einem anderen Projekt übrig war.







Literatur :

Der Altenberg. Eine Bergbausiedlung des 13. Jahrhunderts im Siegerland. Band 1: Die Befunde, Band 2: Die Funde
ISBN-10: 3774928320 
ISBN-13: 978-3774928329

Dienstag, 29. September 2015

Rippen/Rauten XXL

Frisch vom Webstuhl : dicke Schultertücher für kalte Momente.


Die Bindung ist weiterhin Rippen/Rauten Köper, diesmal halt in XXL.
Das Material ist ein uriges Naturbelassenes Garn, die Kette ist Naturschwarz, kombinert mit Naturgrau und von mir Pflanzengefärbten Garnen aus dem gleichen Sortiment.
Mit auf der Kette war noch ein Sitzkissen.

Was mir erst bei diesem groben Gewebe ins Auge fällt, ist das hübsche Zusammenspiel der Bindung im Rippenmuster. Pünktchen und Striche:

Ein unglaublich raffiniert gemustertes Gewebe, mit relativ einfachen Mitteln.

Weil die Nachfrage, wie immer um diese Jahreszeit so groß ist, ist bereits eine weitere Kette am Webstuhl, die Materialwahl ist ein Kontrastprogramm zu den Tüchern von oben, weiches Baby Alpaka, kombiniert mit Merinogarnen. Das Alpaka fühlt sich beim vorbereiten der Kette an, als ob man junge Kätzchen streichelt.


Passend zum Material habe ich mich entschlossen, in zarten Farben zu weben. Die Tücher werden locker verwoben, um später weich und schmiegsam zu fallen.

Fasziniert von dem lockeren Gewebe, ein Blick aus der Frosch Perspektive, aufgenommen im Gegenlicht. So sieht es aus, wenn man unter dem Webstuhl sitzt:


Dienstag, 22. September 2015

Mindener Reeanactormesse 2015

Auch in diesem Jahr findet wieder die Messe in Minden statt.
Allen Gerüchten zum Trotz.
Sie findet nicht am Preußen Museum, sondern auf der Kanzlersweide in einem großen Festzelt und auch im Freigelände statt.
link zur Minden Marketing
link zur Händlerliste des Veranstalters

Zum dritten Mal werde ich in diesem Jahr als Aussteller dort sein, und die Vorbereitungen laufen.
Im Angebot werde ich wieder meine Handwebereien haben. Zum direkt kaufen, einige Stoffe, Schultertücher, Decken, Taschen, Beutelchen, Nadelkissen, Nadelmäppchen, Mützen ...
Den schönen maßgewebten Stoff vom Vorpost darf ich zeigen, ebenso den Hochmittelalterlichen Streifenstoff.
Meine Mustermappe, samt Mustertücher, zur Entscheidungshilfe bei Auftragsarbeiten, wird am Tisch bereit liegen.
Meine Nähgarne aus Wolle, pflanzengefärbt und in natürlichen Farbtönen sind aufgefüllt.

In den letzten Tagen sind noch einige kleine Taschen entstanden. Zwei davon sind schon im Shop



Am Webstuhl ist zur Zeit eine Kette aus rustikalen naturfarbenen dicken Garnen, die ich mit ein paar Farbakzenten im Schuss, zu einer Kleinserie, dicken warmen Schultertüchern verweben werde. Im Bild die ersten Musterrapporte des ersten Tuchs.


Freitag, 18. September 2015

2/1er Rippen/Rautenköper

Textilien sind im Boden leicht vergänglich.
Es ist ein Glücksfall wenn sich an Metallfunden, Abdrücke von Geweben erhalten haben, weil das Metall in das Gewebe hinein korrodiert ist, und man so indirekt weiß, wie die Textilien ausgesehen haben könnten. Auch wenn das eigentliche Gewebe längst vergangen ist.

Unter den so erhaltenen Textilabdrücken aus dem Fundkomplex "Alamanische Adelsgräber von Niederstotzingen" ist in Grab 3b der Abdruck eines Rippen/Rauten Köpers an der Rückseite einer großen Metallschnalle erhalten.
Eine Anlehnung an diesen Stoff, webe ich im Kundenauftrag nach.
Wir kennen vom Stoff nur ein kleines Stück, und ist es der Wunsch der Kundin, einen Stoff passgenau für ein Kleid gewebt zu haben. Das heißt die Rippen, sollen nicht auf das ganze Gewebe verteilt sein, sondern dekorativ gesetzt werden.


 Schnitt und Recherche von Sally Schönekess:
 http://www.alamannin.de/index.php/m-f-kleidung/m-unterkleid-leinen


Bei diesem Stoff, wurde gezielt mit der Kett und Schusslastigen Seite gespielt. Zwischen den Streifen wurde die Kettlastige Seite, also quasi die Rückseite, für wenige Schüsse auf die Schauseite gebracht. Der eigentliche Musterstreifen besteht aus 3 Schuss Kettlastige, es folgen weitere 3 Schusslastige Schüsse, danach wieder 3 Kettlastige. Dadurch entsteht eine optische Rippe.

Die Umsetzung:
Der Originalstoff ist für heute Verhältnisse recht fein.
Mein Rekostruktionsversuch liegt bei 10 Fäden je cm und ist gröber als die Vorlage. Das Garn ist aus pflanzengefärbter Wolle. (Krapp, Indigo,Reseda )

 

Der Abdruck der Schnalle zeigt einen Abdruck in Form und Muster innerhalb der grünen Konturen, die Münze muss man sich weg denken, da der Stoff feiner und die Schnalle klein ist.

So sieht der Stoff frisch vom Webstuhl aus. Er ist noch ungeputzt und ungewaschen, er wird noch etwas einlaufen, deshalb stimmen die Proportionen mit der zu kleinen Puppe nicht überein.

Auch dieser Stoff, hat einen deutlichen Unterschied zwischen Vor und Rückseite. Man kann gut erkennen wo die Vorderseite nach hinten geholt wurde.






































Literatur:
Alamannische Adelsgräber von Niederstotzingen 
Peter Paulsen 1967
Band 2
Kapitel die Textilfunde von H-J Hundt