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Sonntag, 17. Mai 2015

Loblied auf kleine Museen oder das Stadtmuseum in Hildesheim

An dieser Stelle möchte ich einmal dazu aufrufen, kleine Museen zu besuchen.
Die großen Museen trommeln immer tüchtig, mit prächtigen Ausstellungen und vielen von weit her kommenden Exponaten, da übersieht man oft die kleinen Perlen am Rande, die meist wie eine gemischte Schachtel Pralinen sind. Man weiß nicht, was einen erwartet, findet nicht alles lecker, aber Anderes dafür um so mehr.
So ein kleines Museum ist z.B. das Knochenhauer Haus in Hildesheim, das schon von außen so spektakulär aussieht, das man glatt vergisst rein zu gehen. Hildesheim hat einen hübschen kleinen Marktplatz mit lauter historischen und viel Liebe restaurierten oder nach Vorbild neu gebauten Gebäuden. Mir stand der Mund offen.

Im Museum findet man einen Querschnitt durch alle Zeiten, von der Steinzeit bis in die frühe Neuzeit, zB mit ein paar Strümpfen, die liebevoll, wieder und wieder geflickt wurden, und schließlich nach einer Zerstörung des Zuhauses, nur deshalb erhalten blieben, weil sie gerade getragen wurden.

Heute ein Wegwerf Artikel - damals eine Kostbarkeit - Nylonstrümpfe. Als Weberin, träume ich davon, das meine Werkstücke ähnlich geliebt und gepflegt werden

Ein Museum zum Anfassen und mitmachen, insbesondere für Kinder, die nicht nur gucken, sondern zum Beispiel auch einmal auf Trippen laufen oder gar mittelalterliche Münzen prägen können. Anschaulich mit Original in der Vitrine und Reko zum testen gezeigt, um nur zwei Beispiele auf zu greifen.
Was mich persönlich aber sehr erfreut hat, waren die schönen mittelalterlichen Gebrauchsgegenstände. Einfache Kämme, Scheren, Spielsteine, das Kästchen ... die in liebevoll aufgebauter Kulisse, die gleichzeitig als Vitrine dient, ausgestellt sind.

Was kleine Museen meist von den großen Museen unterscheidet, ist die gelassene Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft des Personals/Mitarbeiter bei den Kleinen und die ( nicht ganz unbegründete) Angespanntheit der Großen. 
Man hat es nötig die vielen Exponate so hoch zu stellen, das ich als eher zierliche Person mir von großgewachsenen Menschen erzählen lassen muss, was da eigentlich zu sehen ist.
Bei den großen, spektakulären Ausstellungen, steht man selten alleine an der Vitrine. Schone einige Male, habe ich tolle Stücke erst zu Hause im Ausstellungskatalog entdeckt, weil es im Museum so voll war, das man es schlichtweg übersehen hat.
Nachteil bei den kleinen Museen ist, manches tolle Stück ist überhaupt nicht publiziert, daher kennt es auch kaum jemand.

Hildesheim feiert in diesem Jahr  seinen 1200ten Geburtstag. Das ich in diesem Jahr dort war, war mehr Zufall, denn ich wollte Sonntags zu einer ganz anderen Veranstaltung und war schon Samstagmittags vor Ort. Im Vorfeld nachgefragt, wurde mir der frisch renovierte Dom mit seinem tausend jährigen Rosenstock und die alten Kirchen oder das Zuckerhuthaus angepriesen.
Im Dom war Messe, da wollte ich als Tourist nicht stören. Das Zuckerhuthaus kann man auch mit einer Bratwurst als Snack, gut von Außen bewundern. So ein halber Tag ist blitzschnell vorüber.
Unser halber Tag, wurde von einem wunderschönen Sonnenuntergang gekrönt.


Das Knochenhauer Museum steht hier stellvertretend, für die vielen"kleinen" Stadt oder Heimatmuseen, die machmal ein wenig im Schatten stehen. Ich hoffe mit der Bezeichnung "Klein" Niemanden auf die Füße zu treten. In den Mittelalterforen werden große Ausstellungen angekündigt, gelobt und beschwärmt, dabei habe es alle Museen zur Zeit schwer zu bestehen. Vielen fehlen die Mittel für jegliche Werbung, also die Gelegenheit wahrnehmen, wenn sie sich bietet und vielleicht unverhofft einen Schatz finden.


Stadtmuseum im
Knochenhauer Amtshaus
Markt 7
D-31134 Hildesheim
http://www.stadtmuseum-hildesheim.de/

Kommentare:

  1. Schön, dass es dir in Hildesheim gefallen hat! Ich habe mich über deinen Hinweis sehr gefreut, bin ich als Hildesheimerin doch manchmal etwas "blind" was die schönen Dinge angeht. Solltest du noch einmal nach Hildesheim kommen kann ich der gerne noch das ein und andere schöne Fleckchen zeigen; die Keßlerstraße, die Michaeliskirche, den Magdalenengarten Herzliche Grüße claudi

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  2. Hallo Claudi, herzlichen Dank für das nette Angebot ! Ich komme sicherlich gerne noch einmal zu Euch, schon alleine um "mein" Kästchen erneut zu besuchen, wenn es klappt, dann melde ich mich vorher bei Dir.
    Schöne Grüße Silvia

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