Translate

Montag, 20. Juli 2015

Hildesheim Kästchen 2

Mein neues Projekt habe ich ja schon in einem älteren Post vorgestellt.
Nun geht es an die Umsetzung.
Nach einigen Überlegungen, wo anfangen, ist die Wahl auf die längstgerillten Beinplättchen der Vor und Rückseite gefallen. Sie scheinen mir in Krapp gefärbt zu sein und Krapp habe ich gerade an gesetzt.

Krappgefärbte Beinarbeiten erwähnt Theophilus Presbyter in seinem Schriften zu den Arbeiten der Goldschmiede. Darunter ist auch eine kurze Abhandlung zum bearbeiten von Knochen und auch das färben mit Krappwurzel ist erwähnt. Aus früheren Versuchen weiß ich, das der Farbton ziemlich kräftig werden kann, und an den heute patinierten Farbton des Originals heran kommt.

Das Original durch die spiegelnde Vitrine ohne Blitz aufgenommen, den satten Farbton kann man vor Ort besser erkennen, als das die Bilder wieder geben. Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Stadtmuseums Hildesheim
Ich gehe davon aus, das die Plättchen ursprünglich satt rot gefärbt waren und erst nach Abrieb durch Benutzung, die helle Struktur des Knochens zu sehen ist.
Spannend wäre zu wissen, wie die durchbrochenen Plättchen in der Mitte ursprünglich aussahen, waren auch die in Krapp gefärbt ? Die Ecke unten rechts lässt das vermuten.

Vor dem färben liegt ein fast ganzes Wochenende Arbeit für diese Hand voll Plättchen.


Begonnen habe ich mit fertig gekauften Knochenplättchen die man bei einigen Reeanactment Ausstattern kaufen kann.
Hier tritt das erste Problem auf - das Kästchen ist 18cm breit, die längsten Knochenplättchen im Handel sind 16cm lang. Ich werde also stückeln müssen.

Obwohl ich mein Equipment um eine Säge für den Dremel, aufgestockt habe, habe ich beschlossen, die Plättchen wie üblich von Hand zu zu schneiden (sägen). Das dauert zwar länger, aber der Schnitt ist gerade, genau und ohne Ansatz.
Beim sägen der Längstrillen kommen mir Zweifel - wurde das so gemacht ?
Hatte man dafür ein spezielles Werkzeug ?
Nach meinen Schätzungen, sind die längstgerillten Plättchen 15mm hoch. Jeweils 12 Rillen sind am Original eingearbeitet, fein und gleichmässig. Ich schaffe 8 - 9 und weniger gleichmässig.


So an meine ungeübte Grenze kommend, bemerke ich, wie geübt die ausführende Hand damals war. Auch wenn das heutige Auge sich fragt, warum die Bohrlöcher so lässig verteilt waren, obwohl man diese schon mit bloßen Auge akkurater hätte setzen können - die eigentliche Arbeit ist sehr gekonnt ! Spezialisiertes Handwerk, von der Pike auf gelernt und Erfahrung von Generationen, stehen hier dem Versuch eines ungelenken Hobbyisten entgegen.

Fortsetzung folgt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Gänzlich anonyme Kommentare werden nicht frei geschaltet, ich bitte um Verständinis.