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Sonntag, 1. November 2015

Kammfutteral

Hier hatte ich am Rande mein Kamm Projekt vorgestellt:
http://zeitensprung.blogspot.de/2015/05/mein-neues-langzeitprojekt-ein-neues.html
Es ist mein erster Versuch einen Kamm zu machen, vielleicht auch mein Letzter, denn ich habe beim Versuch die Zinken zu glätten, schon 3 Zähne abgebrochen.

Meine Kollegin Monica die die Beinschnitzerei zum Beruf gemacht hat, meinte gleich, das ein Futteral zum Kamm gehört. Man erkenne das an der Bohrung neben den Zinken.
Nachdem nunmal Zähne fehlen*, und ich mich nicht traue die Nieten wieder raus zu bohren und neue Plättchen ein zu setzen, habe ich die Idee des Futterals auf gegriffen.
Der Kamm wurde ohne Futteral gefunden. In Schleswig, wo das Original her kommt, wurden viele Kämme, aber auch Kammfutterale geborgen. Nach dem sichten des Fundkatalogs, habe ich einen Entwurf gefertigt.


Bei dem zuschneiden der Knochenplättchen, kommt mir das Futteral ungemein groß vor. Aus dem zierlichen Kamm wird plötzlich ein stattliches Stück.
Wieder muss ich am Omas Frisierkommode denken, auf dem Parfumzerstäuber und eine dazu passende Bürste als dekoratives Set gehörten. Wieder frage ich mich, inwieweit ein Set zur persönlichen Ausstattung der wohlhabenden Dame gehörte.
Eins ist jedoch klar, am Gürtel gebammelt hat dieser Kamm nicht, zu schwer, zu groß und auch unnötig, denn die Haare waren gebändigt und verhüllt wenn man das Haus verließ.


 Als erster Schritt zur Umsetzung sind die Beinplättchen zurecht gesägt. Wieder komplett von Hand, aber mit dem Luxus eines Schraubstocks.
Der nächste Arbeitsschritt ist das in Form bringen der einzelnen Elemente. Danach sind die Verzierungen, die Ziersägeschnitte, Durchbrucharbeiten und das setzen der Kreisaugen dran.

Viel Arbeit noch - der Winter kann also kommen.



*fehlende Zähne:
im Fundkatalog aus Schleswig, wird ein Kamm gezeigt, der nur noch ein Viertel seiner Zinken hat, die Anderen sind scheinbar sauber abgesägt, ganz so, als habe man sich beholfen um das Stück weiter nutzen zu können. Tafel 71 No 4

Literatur :
Ausgrabungen in Schleswig, Berichte u. Studien 3
Die Verarbeitung von Knochen, Geweih und Horn im mittelalterlichen Schleswig
Von Inge Ulbricht

Fortsetzung folgt

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