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Samstag, 15. Oktober 2016

Der Warberger Klappspiegel - der Dritte

oder wie mache ich aus einem Fundstück eine gebrauchsfertige Replik ?


Der Warberger Klappspiegel, er ist einfach mein Lieblingsstück.
Diesmal wird ihn eine Freundin bei ihrer Darstellung Langzeit testen, denn ich habe die Schnitzereien mit farbigem Wachs gefüllt. Ich habe Zweifel, ob Gebrauchsgegenstände mit pigmentiertem Wachs koloriert wurden. Erhalten haben sich aus der Kölner Beinschnitzerwerkstatt ausschließlich farbige Wachse in Rot, grün und Schwarz. Des weiteren gibt es Reste von Vergoldungen, und Klebstoffe in den Augen mancher Figuren, die auf kleine eingesetzte Steinchen hinweisen.
Beinschnitzereien aus anderen Epochen weisen andere Farben auf, gerade an den vielen Klapptäfelchen die nur ein wenig Später auf kommen, haben sich Malereien, ganz anderer Art erhalten. Die erhaltenen Farben aus dieser Machart finden sich allerdings immer an Kästen, nie an Gebrauchsgegenständen des Alltags.


Über meine Wachspasten hatte ich schon geschrieben. Das erhitzen an der Feuerstelle hat ganz gut geklappt, jedoch sind die Lichtbedingungen im Haus ungenügend, oder ich bin sie einfach nicht gewohnt. Vom Feuer weg genommen, kühlen die Töpfchen recht schnell aus. Überhaupt erfordert das Kolorieren mit Wachs, Geschwindigkeit und Routine.


Routine, ist wie immer ein gutes Stichwort. Matscht man zu viel Wachs, aufs Werkstück kratzt man ewig lange weg, um dann doch leichten Schmier auf dem Werkstück zu behalten.


In all den Jahren in denen mich die Klappspiegel dieser Zeit beschäftigen, habe ich noch keinen Blick oder Hinweis auf die Rückseite der Türchen finden können. Da das Glas gewölbt war, ist es sehr gut vorstellbar, das die Türchen Aussparungen hatten, um Platz fürs Glas zu schaffen. 

Bei meiner Variante, habe ich das Oval der Innentürchen mit Seide ausgekleidet. Sie ist dünn und trägt somit kaum auf, sie war das kostbare hippe Material der Zeit. Für die Reliquienkästen ist Seide als Innenverkleidung nachgewiesen.


Versuch 1 ist mir zu banal geraten, das gefällt mir gar nicht. Unversäubert, sieht zu unordentlich aus, also wieder raus lösen und versäubern.
Das wird allerdings warten müssen, bis ich eine extra ruhige Hand habe, Seide ist so gar nicht mein Material.

Fortsetzung folgt.

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