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Freitag, 14. April 2017

Schlauchkante

Unter historischen Textilien taucht sie immer wieder einmal auf - die Schlauchkante.
In meinem speziellen Fall, befindet sie sich rechts und links am Mantel des Bernuthsfeld Mannes, und die Herstellung hat mich gedanklich wie technisch, den Winter über beschäftigt.
Das Tuch des Mantels ist ein Fischgratköper, ein Gewebe zu dessen Herstellung 4 Schäfte benötigt werden. Die Schlauchkante ist in Leinwandbindung gewebt. Wie der Name sagt, ist sie hohl, und in einem Stück fest am Gewebe verwoben. Sie entstand, Schuss für Schuss mit dem Gewebe.

Der Sinn oder Zweck dieser Kante ist unbekannt. Vermutlich hat die Kante den Fall des Textils beeinflusst, sie lässt das Gewebe fülliger aussehen, weil die Kante griffiger wirkt.
Mit 7 Kettfäden ist der Schlauchdurchmesser sehr fein, die Enden des Schlauchs sind verschlossen, Oben beginnt der Schlauch in der Anfangskante, unten endet er im gedrehten Zöpfchen.

 Zur Zeit ist mein Webstuhl immer noch mit Faltgeweben belegt, in dieses System lässt sich die Schlauchkante nicht integrieren. Für dieses kleine Stück habe ich die Kante nachträglich von Hand eingewebt. Bilder von Fall des Mantels muss ich erst einmal schuldig bleiben. Zur besseren Sichtbarkeit habe ich Graues und Schwarzes Garn verarbeitet. Die Bindung ist bei meinem Probestück kein Fischgrat, sondern ein 2/2er Köper.

Nr 1 ist jeweils eine einfache Kante, ohne verstärkte Randfäden
Nr 2 ist jeweils die Schlauchkante




Die Muster werde ich mit zur IRM 2017 bringen, wer mag kann sie sich dort anschauen.

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