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Samstag, 13. Mai 2017

Handrollierte Taschentücher

Neulich dachte ich, ich möchte mal wieder ein paar Stofftaschentücher haben.
Nachdem ich ein gekauftes Tuch in der Hosentasche hatte, wusste ich warum ich vor vielen Jahren so ganz davon abgekommen bin : ich habe einen Riesenknubbel in der Tasche.

Warum keine Stofftücher im Format der handelsüblichen Papiertücher ?
Eigentlich könnte man die selber machen - eigentlich könnte man die aus abgetragenen Oberhemden und feiner Bettwäsche machen.
Man könnte die schönen Stoffstempel aus Indien endlich mal nutzen, man könnte mal wieder batiken oder malen...
Endergebnis : Hand rolliert, Hand bedruckt, Material - Zuschneidereste aus der Stoffkiste, die ehemals wohl Bettwäsche waren, an einem lustigen Nachmittag  mit der Tochter zusammen bedruckt. Im Bild die ersten 3 von ziemlich vielen.


Für die Nähmaschine gibt es ein kleines Füßchen das ganz feine Säume rollt und näht. Die Benutzung ist nicht wirklich schwer, aber doch etwas fummlig.

Tücher aus bügelfreien Hemden, müssen nicht gebügelt werden, lassen sich jedoch nicht ganz so schön falten. Gebügelt sind diese Tücher, nach dem Vorbild des Papiertaschentuchs, und sie fallen auch genau so schön auf, wenn man sie einhändig schüttelt.


Nach dem ersten Stoß nicht ganz so ordentlich Maschinen genähter Tücher, bin ich auf Handnaht umgestiegen. Je Stück brauche ich etwa eine Stunde, entspannt Abends vorm Fernseher.
Dazu braucht es eine feine Nähnadel und Nähseide. Statt Stecknadeln braucht es nur Fingernägel.
Den Stoff habe ich ungefähr auf Papiertuchgröße gebracht, beim Hemdstoff mit der Schere, bei der Bettwäsche gerissen.


Für die rollierte Naht, habe ich das Tuch an der ersten Seite knapp umgeknickt. Mit dem Fingernägeln wie bei einer Faltarbeit aus Papier ziehend, fest gedrückt. Ein Mal, zwei Mal.
Nun den Saum auf die andere Seite des Tuchs falten. Den Faden einfach durch die Nadel ziehen mit einem Knoten am Gewebe sichern und los gehts.
Zwei Überwendlich Stiche sichern die Ecke.
Von unterhalb des Saumes kommend, steche schräg in den Saum,führe den Faden durch den Saum, und komme knapp in der Falz, mit der Nadel wieder raus. Mache einen winzigen Überwendlichstich und tauche wieder unsichtbar in die Naht ein.
Erst wenn die erste Seite fertig genäht ist, falte ich die nächste Seite.
Ist der Nähfaden mal zu Ende, verknote ich den Faden mit sich selbst und ziehe das Ende in den Saum, ziehe etwas am Faden und schneide dann ab, so sitzt das Fadenende unsichtbar im Saum und stört nicht.

ich bitte die Fingernägel zu entschuldigen - ich bin ein Gartenmensch
hier noch mal in extra Groß, die roten Linien zeigen den Verlauf des Nähfadens, der zum Teil unsichtbar in der Naht verläuft.

1 Kommentar:

  1. Hallo Silvia,
    auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen. Da werde ich aus alten Betttüchern und Hemden - alle bunt - mal welche machen. Die Papiertücher mag meine Nase nicht und die Stofftücher gehen langsam kaputt.
    Übrigens die Jersey-Leintücher schneide ich in schmale Streifen für den Garten, wenn ich etwas hochbinden muss. Also meine Finger schauen schlimmer aus.
    Liebe Grüße
    Braunelle

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