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Montag, 23. Oktober 2017

neues Arbeitshalbjahr Winter 2017/18

Es fühlt sich draußen noch nicht so an, aber es ist schon da, mein Winterhalbjahr.
Die "alten" Aufträge sind abgearbeitet, Neue gesammelt.
Für die neuen Aufträge steht immer eine Planung zu Beginn. Der Bedarf an Garn muss ermittelt werden, oft auch das ideale Garn erst einmal gesucht und geordert werden. Ständig trudeln üppige Kartons mit Garnen ein, auf Konen oder Strängen. Die Naturfarbenen wandern direkt ins Lager.
Ein Großteil muss jedoch gefärbt werden.
Etwa 10kg davon wurden in der vorigen Woche gebeizt, etwa die Hälfte davon auch schon gefärbt.
10kg klingen gigantisch, wenn man die Stränge erst einmal wickeln, abbinden, einweichen, beizen, färben, spülen, trocknen und wieder aufwickeln muss, ist es das auch. Aber 10kg sind auch wiederum nicht viel, wenn man weiß, das ein Mantel etwa 1,5kg wiegt.

Vorige Woche war ich Schwarznüsse sammeln. Die Frucht des Schwarznussbaums ist etwa Mandarinen groß, aber fast rund, die grüne Schale ist viel dicker, als die der Walnuss und auch viel ergiebiger in der Farbausbeute. Hoch konzentriert färbt sie Mokkabraun, ein wunderschöner Farbton den ich für eine moderne Kleinserie nutzen wollte, aber die Ausbeute war in diesem Jahr eher bescheiden. Weniger hoch dosiert ergibt die Schale der Schwarznuss, das gleiche Braun, wie das der Walnuss.
Einen Kessel Reseda konnte ich noch ernten, und noch einmal ein schönes leuchtendes Gelb färben.
Mit Eisen 2 und dem mischen der ausgelaugten Flotten konnte ich noch ein schönes Grün färben.


Auf dem Plan stehen weiterhin Tuchmäntel in Falttechnik, zur Zeit Diamant und Fischgrat Köper.
Mit einer Webbreite von 2m, die auf etwa 1,70m und 1,85m nach dem entspannen und waschen einspringt.
Schultertücher sind Neue geplant.
Ein spannender Stoff für ein Cosplay Projekt
Stoffe in Leinwand, Diamantköper und Fischgrat, der gestreifte Stoff der Skjoldehamn Tunika in 2/1er Köper
Manteltücher in 2/2er Köper
Hmm - wenn das durch ist, blühen vermutlich schon wieder die Tulpen.

Zur Zeit entstehen am Webstuhl 2 Tücher gleichzeitig, um den aktuellen Einzug zu erhalten.
Das untere Tuch wird also blind gewoben. Das ist ein wenig lästig zu arbeiten, aber der aktuelle Einzug hat 2 Wochen Arbeitszeit gekostet, bis alle Feinjustierungen beendet waren.
8 Schäfte im Kontermarschsystem, bedeutet jeder einzelne Schaft wird an jedem der 8 Tritte angebunden, macht 64 Schnüre zu den Tritten, 8 zu den oberen und 8 zu den unteren Querschemeln. Keiner davon mag eine So-Lala Position, sondern will gut sitzen.
Das Gewebe hat 1200 Fäden, davon wird die untere Hälfte blind gewebt, das heißt man muss unter den Webstuhl um Fehler in der unteren Gewebehälfte zu finden.

Querschemel und Tritte

2 in 1
Ein Schultertuch für ein Hochzeits Outfit zu weben, ist mir eine besondere Freude.
Die Kette ist weiches Merino, der zartrosa Schuss, ein genauso zartes Alpaka Garn. Das Gewebe wächst langsam, vielleicht auch weil ich versuche Glück mit ein zu weben. 😉