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Donnerstag, 23. November 2017

Anleitung zum anweben von Ripskanten an Tuche

Da ich Manteltücher zum selbst fertig stellen anbiete, möchte hier eine Möglichkeit zeigen, wie die Borte ans Tuch kommt.
Die Tücher sind so vorbereitet, das kein Gewebe aufgeribbelt werden muss. Mit ein, zwei oder 4 Seiten, sprecht mich an, ich webe das Wunschtuch in Wunschgröße, max Breite etwa 1,90m.

Um die technische Kante, die beim arbeiten am Gewichtswebstuhl genutzt wurde, zu imitieren, kann man diese Kante nachträglich an Tuche anweben.
Meine Kante basiert auf dem Tuchmantel des Bernuthsfeld Mannes, sie hat 8 Einfache und einen gezwirnten Faden. Gewebt wurde er in Ripstechnik.

Ich benutze:
  • einen Webkamm
  • einen Webrahmen zum Bändchen weben
  • einen Brieföffner (möglich wäre auch Falzbein, oder Webschiffchen)
  • das Tuch mit etwa 5cm langen Kettfäden, die nun als Schussfaden in der Borte verwendet werden.
Es erscheint mir praktisch, die Kette nicht am Gürtel zu spannen, da ja nicht nur die Borte sondern auch das Gewicht des Tuchs, am Gürtel hängen würde. Wer keinen Webrahmen hat, könnte die Kette zwischen 2 unverrückbaren Punkten spannen.

Zur Vorbeitereitung habe ich eine ausreichend lange Kette vorbereitet. Bitte bedenken, das die Kette beim weben schrumpft. Die 9 Kettfäden abwechselnd in Schlitz und Loch einziehen, die Kette auf Spannung bringen und los gehts.
Im ersten Schuss wird der erste Faden eingelegt. Der Faden liegt nun gegenüber vom Tuch auf der anderen Seite der Kette.
Im zweiten Schuss, wird der Faden zurück Richtung Tuch eingelegt und zusätzlich der nächste Faden in entgegengesetzter Richtung.
So wird Faden für Faden in die Borte eingelegt. In jedem Schuss kommt also ein neuer Faden und ein Alter, in entgegengesetzter Richtung. Die Fäden werden mit den Finger eingelegt, um den Faden schön fest in die Borte zu drücken, sollte man ihn mit einer Art Webschwert in Miniatur anschlagen. Damit die Fäden der Borte schön synchron mit den Fäden des Gewebes verlaufen.
Immer darauf achten das man die Fäden in der richtigen Reihenfolge verarbeitet.


 Die Fäden die nun alle aus der Borte gucken, schneidet man mit einer scharfen Schere schön glatt auf dem Gewebe ab. Es gibt im Webereibedarf spezielle Webscheren (zB bei Künzl), eine kleine gebogene Nagelschere geht aber auch. Meine Schere sieht so aus :


So sieht es idealerweise aus, wenn die Fäden glatt abgeschnitten sind. Da die Borte schön fest ist, können die Fäden nicht mehr weg, das Gewebe und auch die Borte sind gesichert.


 Sind alle Fäden brav in der Borte, wird die Kette abgeschnitten, wichtig ist,das die Enden lang genug bleiben, damit man die Borte jeweils mit einem einfachen Knoten sichern kann.
Fertig.