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Freitag, 16. März 2018

Peplos

Im Kundenauftrag:

ein Peplos an einen Fund aus Liebenau, 5tes Jahrh. angelehnt

Material 100% Wolle
Bindung Diamantköper
Dichte Kette 10Fäden/1cm Schuss 15Fäden/1cm
Kette Birkengefärbt
Schuss Rainfarn und Eisen 2

untere Borte : 2 Brettchen grün, 4 gelb, 2 grün bezogen
Obere Borte : 4 Brettchen grün, 8 gelb, 4 grün bezogen
abwechselnd in S-Z Stellung
Die Borten ergänzen das Stück nach freiem Entwurf.
Alle Angaben zum Fund kamen von der Kundin Petra Müller. Die technischen Lösungen der Umsetzung haben wir gemeinsam erarbeitet.

Das Tuch wurde in 3 Bahnen a 1m Breite und 1,70m Länge gewebt, zwischen den einzelnen Abschnitten wurde Kette leer gelassen, damit später Material zum Brettchenborte anweben vorhanden ist.
Nachdem die Bahnen vom Webstuhl abgenommen wurden, wurden sie zugeschnitten, die Webkanten einmal schmal umgeklappt und per Überwendlichstich versäubert, anschließend wurden die Bahnen per Schmetterlingsnaht zu einem großen Stoffstück vernäht. Alle Nähte wurden von Hand ausgeführt, als Nahtmaterial wurde das gleiche Garn wie zum weben benutzt.
Das gleiche Garn wurde ebenso für die Ketten der Brettchenborten  genutzt. Nach dem anweben der Borten wurde die überhängenden Kettfäden abgeschnitten, die letzte Naht verschlossen und die Bortenenden vernäht. Nun wurde das Werkstück vorgewaschen und getrocknet.




Alles beginnt mit Faden
die Münze dient zu Größenvergleich, der Schussfaden ist so fein ...

... das er im Fach kaum sichtbar ist


die erste Bahn ist geschafft, die Pfeile markieren Ende und Anfang der Bahnen, der grüne Pfeil die Markierung wo später geschnitten wird.
das Gewebe ist runter vom Webstuhl und wird zugeschnitten

die zusammen genähten Bahnen : 3m x 1,70m

das anweben der Borten
Boten und Naht (innen)

vorgewaschen zum trocknen aufgehangen
das fertige Stück, üblicherweise wird das Kleid mit 2 Fibeln an den Schultern verbunden, und mit einem Hüftgürtel getragen
schneller Trageversuch, ohne jeden Schmuck oder was sonst dazu gehört.
So ein Peplos wirkt schlicht und scheint einfach. Die Herstellung ist jedoch aufwendig und der Materialbedarf weit höher, als Beispielsweise der eines Trägerrock der später aufkommt.
Man sieht es den heute erhaltenen Steinbildnissen nicht an, wie raffiniert so ein großer Stoffschlauch sein kann. Im Bewegung lässt er mehr als nur die Figur erahnen.

 Die Kundin ist so freundlich und stellt das Stück zur IRM 2018 als Schaustück zur Verfügung.